Wein-Erlebnisse

Weinkollegs 2020

Sommerwein-Aktionstage in der Vinothek

Zwei Aktionstage mit Flaschenweinverkauf

 

Da wir aufgrund der geltenden Hygienevorschriften und Schutzmaßnahmen bezüglich Covid-19 unsere Vinothek in gewohnter Weise noch immer nicht öffnen können, bieten wir im August und im September jeweils einen Aktionssamstag mit Flaschenwein-Verkauf für alle Freunde und Gäste der Vinothek an.

Am Samstag, 22. August 2020 erwarten Sie die Vinothekare Manfred Schmälzle, Joachim Mann und Werner Krapf zum Flaschenwein-Verkauf mit Aktionsrabatt in Höhe von 15% bei Abnahme von 3 Flaschen unserer per Aushang aufgelisteten Sommerweine.

 

Wir bedauern es, dass wir keine Weinproben ausschenken können, auch ein Betreten der Vinothek wird nicht möglich sein. Dennoch hoffen wir, dass Sie unser Angebot wertschätzen und wir Sie am 22. August und am 26. September jeweils von 10 – 15 Uhr bei uns an der Vinothek begrüßen dürfen. Am 26. 9. werden Uschi Körber, Rolf Teuteberg und Hannelore Tiedke für Sie da sein.

 

Bleiben Sie gesund!

Vinothekare probieren den neuen Jahrgang - 7.3.2020

Auf Einladung der Weingärtner Stromberg-Zabergäu trafen sich am vergangenen Samstag die Vinothekare der „Freunde der Vinothek“ Bönnigheim im Strombergkeller zur alljährlichen Jungweinprobe, die für die Aktiven als Fortbildungsmaßnahme angeboten wird.

Thomas Eberbach, Leiter Oenologie und Technik der Weingärtner Stromberg - Zabergäu und der neue Bönnigheimer Kellermeister Michael Schiefer präsentierten den interessierten Gästen eine große Auswahl an Weinen des Jahrgangs 2019.

Eberbach erläuterte zunächst den Verlauf des Weinjahres, das sehr wechselhaft verlaufen sei. Sowohl trockene als auch regnerische Phasen machten bei einigen Sorten eine ungewöhnlich frühe Lese erforderlich, um unabhängig vom Mostgewicht, qualitativ gesundes Lesegut in den Keller zu bekommen. Weitere Maßnahmen wie z.B. Laubarbeiten, Ertragsreduzierung und die Ernte in Boxen, seien ebenfalls Faktoren, die wesentlich zur Qualitätsverbesserung beitragen würden.„Das Ergebnis des Weinjahres war insgesamt zufriedenstellend“, so das Fazit von Thomas Eberbach.

Mit einigen Hinweisen zum Ausbau leitete dann der Bönnigheimer Kellermeister Michael Schiefer zur Verkostung der Jungweine von 2019 über, die er souverän und professionell präsentierte. Wichtige Kriterien seien unter anderem, passend zum entsprechenden Weinstil, sowohl das schonende Pressen und die die Auswahl der Hefen, als auch die Maischestandzeit und die Kühlung zur Unterbrechung des Gärungsprozesses. Entscheidend für Geschmack und Qualität sei auch der biologische Säureabbau.

Bei der Verkostung präsentierten sich dann Weine von angenehmer Fülle und Säure, mit zartem Schmelz und angenehmer Cremigkeit. Die ersten Weißweine sind bereits zum Verkauf abgefüllt und überzeugen mit ihrer Reife und frischen Säure, teilweise sind sie auch mit einem dezenten Holzton versehen.

Die meisten Weine, allen voran die Rotweine, waren aber Tankproben, die noch in den Edelstahltanks oder Holzfässern heranreifen und teilweise unfiltriert verkostet wurden. Sie zeigten durchgängig ein großes Potential.

In seinen Dankesworten an die Vertreter der Kellerei brachte der Vorsitzende der „Freunde der Vinothek“ Manfred Schmälzle die einhellige Meinung der Vinothekare zum Ausdruck: „Der neue Jahrgang verspricht für jeden Weinliebhaber strukturbetonte, ausdrucksstarke und aromatische Weine, die viel Trinkfreude versprechen.“

Eine Rebsorte mit drei verschiedenen Gesichtern - 8.2.2020 - Weinkolleg vor Ort im Weingut Kölle

So beschrieb Heinz Kölle junior sein von ihm selbst gewähltes Thema des ersten Weinkollegs vor Ort der Bönnigheimer Freunde der Vinothek am vergangenen Wochenende. Mehr als 20 Besucher und Vinothekare hatten sich in den Schmiedsberger Weg aufgemacht und waren nicht nur gespannt auf die Präsentation der Wein-Philosophie des Hausherren, sondern auch auf die Weine, die er für die Verkostung ausgesucht hatte.

 

In der Vinothek gibt es im Februar die „roten Spezialitäten“, an diesem ersten Wochenende ist es der 2016er Pinot Meunier, trocken aus der 4-Sterne Edition des Hauses Kölle. Diesmal schenkte der Gastgeber einen Blanc de Noir (Weißwein aus dunklen Trauben) trocken, einen Schwarzriesling-Weißherbst feinherb, und einen roten Schwarzriesling fruchtig aus. So zeigte er, was im Hause Kölle aus der Müllerrebe, dem schon seit 400 Jahren heimischen Schwarzriesling – einer Mutation aus dem Pinot Noir – alles gekeltert werden kann. Wichtig sei für ihn die Ertragsreduzierung auf ca. 80 bis 90kg je Ar, gelesen werde in der Regel mit der Maschine. Bei der Verarbeitung verwende man für den weiß gekelternten Pinot Meunier Blanc de Noir lediglich ein Pressdruck von 0,2 Bar, dann bleibe der Most noch ca. 1-2 Stunden stehen, damit die Aromastoffe aus der Beerenhaut entzogen werden können, was dem Blanc de Noir einen leichten rotgoldenen Ton im Glas verleiht. Der Duft dieses 18er Jahrgangs beeindruckte die Verkoster sehr und mit dem ersten Schluck war die einhellige Überzeugung im Raum: „Das ist ein herrlich frischer Sommerwein, klar, rein, einfach gelungen!“ An dieser Stelle erklärte Heinz Kölle, weshalb die Familie Kölle schon vor Jahren begonnen habe, den französischen Namen dem heimischen „Schwarzriesling“ vorzuziehen. Eben dieser hatte sich in den früheren Jahrzehnten einen negativen Ruf im Land von Trollinger und Lemberger zugezogen und werde von den Käufern als „Blanc de Noir vom Pinot Meunier“ viel besser angenommen. Erst jetzt im dritten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts werde auch diese Rebsorte wieder ihrem Ursprung gerecht und munde in trockenen und halbtrockenen Variationen auch den jüngeren Weintrinkern. Man überlege deshalb zum deutschen Namen zurückzukehren, auch eine Bezeichnung „Müllerrebe“ sei denkbar. „Meunier“ bedeute schließlich „Müller“.

 

„Nach der Pressung des `Blanc de Noir´ kann das Lesegut mit höherem Druck weitergepresst werden, sodass der Weißherbst gewonnen wird“, setzte der Referent seinen Vortrag fort. Alle drei Weine sind aus dem Jahrgang 2018 und doch so verschieden in Aussehen, Duft und Geschmack. Aber alle drei wussten die Gäste zu überzeugen. Einen besonderen Tipp gab Heinz Kölle noch zum Thema Weinschorle: „ Beim Einschenken darauf achten, dass zuerst das Wasser ins Glas kommt, dann den Wein dazu, damit das Wasser veredelt wird und nicht der Wein verdünnt.“ Einer der Vinothekare gab hierbei zum Besten, dass er immer ein „Kappenschorle“ mache. Hierzu gieße er sich eine Sprudelflaschenkappe voll Wasser ein, trinke diese Menge und genieße dann das Glas Wein hinterher. „Ein schwäbisches Schorle sei: heute Wein und morgen das Wasser“, ergänzte ein weiterer Teilnehmer dieses Thema. Derart mit neuem Wissen gefüllt, bedankten sich die Vinothekare sehr herzlich mit kräftigem Applaus beim Gastgeber, der außer dem Wein und seinem heiteren Vortrag auch noch herzhafte Wurst- und Käseplatten zur Verkostung spendiert hatte.