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Weinkollegs 2019 - Vinothek vor Ort

Weinkolleg Februar 2019 - Weinkenner vor Ort - die Vinothekare beim Weingut Kölle in Bönnigheim - Ausschnitt aus der Bietigheimer Zeitung vom 11. Februar 2019

Vinothek vor Ort
Vinothek vor Ort

Weinkolleg März 2019 - noch mal vor Ort beim Weingut Kölle - dieses Mal mit einer Jungweinprobe

15 Jungweine des Jahrgangs 2018 und einen Winzersekt probiert

 

Zur ersten Jungweinprobe hatte Heinz Kölle jun. die  Vinothekare und Vinothekarinnen der Bönnigheimer Vinothek eingeladen und dabei auch die Studentin des Hauses, seine Tochter,  als Assistentin mitgebracht. Svenja Kölle studiert im dritten Semester Weinbau und Önologie an der Hochschule Geisenheim im Hessischen Rheingau. Sie hat nach Abschluss ihrer Praktika in Baden Württemberg und in Franken in diesem Jahr ihre erste eigene Weißweincuvée für die elterliche Weinkellerei kreiert.

Doch zunächst wurden die Gäste mit einem 18er Rohsekt „brut natur“ empfangen. Der in der Flasche vergorene Lemberger Weißherbst Winzersekt enthält noch den trüben Hefesatz, d.h. er ist noch nicht degorgiert. Jedoch präsentiert er sich schon jetzt in einem leuchtenden Himbeer-Roséton und einer ausgesprochen feinen geschmacklichen Komplexität mit feinsten Moussierperlen, was bei allen Gästen ein anerkennend zustimmendes Nicken auslöste. Dermaßen eingestimmt konnte nun die eigentliche Weinprobe der insgesamt 15 Jungweine beginnen. Neun Weißweine und sechs rote Sorten zeigten den fachkundigen Verkostern die Besonderheiten und die Qualität des Hochsommerjahrgangs 2018.

In den angeregten Diskussionen und anerkennenden Bewertungen wurde die schon jetzt erkennbare erstaunliche Reife der noch in den Fässern lagernden Weine, die zum Teil nochmals filtriert werden, hervorgehoben.  Ein Merkmal dieses Jahrgangs sind die hohen Alkoholwerte – auch der Weißweinsorten. Erstaunliche Oechslegrade bei der Lese, die oft nur in den frühen Morgenstunden durchgeführt werden konnte, haben ein Lesegut aus vollreifen Trauben in die Keller beschert. So konnte die von Svenja Kölle entwickelte Cuvée aus 50 Jahre alten Grauburgunder-Rebstöcken nur durch die Vermischung mit einem leichteren Weißburgunder von den ursprünglich 16% vol. Alkohol etwas „heruntergetunt“ werden. Die bereits von der Jungwinzerin sehr stark reduzierten Grauburgundertrauben hatten nämlich durch den Hagelschlag im Juli eine weitere Ertragsminderung erfahren, so dass bei der Ernte nahezu utopische Oechslewerte gemessen wurden. Es ist daher nicht verwunderlich, dass nach den Möglichkeiten des Alkoholentzugs bei Weinen beim Kellermeister nachgefragt wurde.  Fachkundig erklärte Heinz Kölle die verschiedenen  Methoden, wie beispielsweise die der  Vacuumverdampfung den wissensdurstigen Vinothekaren, die dann jedoch die Möglichkeit jedes Weintrinkers erwähnten, einfach die entsprechende Wassermenge zu jedem Glas Wein zu trinken.

Besondere Anerkennung fanden bei den Gästen die trockenen Weine des Hauses Kölle, von denen einige noch eine längere Reifezeit in den Holzfässern gut vertragen können, bevor sie auf Flaschen gezogen in den Verkauf gelangen werden. Regine Jung, die Vorsitzende der Vinothek, bedankte sich nach mehr als drei Stunden beim Gastgeber für die wertschätzende Zusammenarbeit mit den „Freuden der Vinothek“, die großzügige Gastfreundschaft und die kompetent vorgetragenen und lehrreichen Informationen, die die Vinothekare ein weiteres Mal erfahren durften.

 

Hannelore Tiedke

Impressionen aus der Jungweinprobe