Regionaler Weinbau – ein wichtiges Kulturgut

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Fortbildungsveranstaltungen u.a.

Jungweinprobe für Vinothekare zum Frühlingsanfang

Zu einer inzwischen sehr lieb gewonnenen Tradition ist die Jungweinprobe für die „Freunde der Vinothek“ in Bönnigheim geworden. Bereits zum elften Mal lud die WG Stromberg-Zabergäu die aktiven Vinothekare und Vinothekarinnen zu diesem Fortbildungshöhepunkt ein. So konnten am vergangenen Mittwoch der Vorstand für Önologie und Technik, Albrecht Hauber und Kellermeister Uwe Hirschmüller 19 sehr interessierte Gäste begrüßen. Mit einem kurzen Rückblick auf das Jahr 2018, in dem Albrecht Hauber nochmals den hervorragenden Sommer hervorhob aber auch nicht den Schaden vergaß zu erwähnen, den der Hagelschlag am 4. Juli 2018 in Bönnigheim verursachte, startete die Jungweinprobe. Gerade das bereits reduzierte Lesegut nahm Schaden, so dass die einzelnen Trauben sehr sorgfältig schon im Weinberg „fast mit der Pinzette“ ausgelesen werden mussten. Zum Glück, so Hauber, waren die angeschlagenen Beeren nur eingetrocknet und nicht in Fäulnis übergegangen, was eine große Einbuße an diesen hochwertigen Trauben bedeutet hätte. Sowohl Albrecht Hauber als auch Uwe Hirschmüller sprachen von einem besonders entspannten Herbst, da die Lese nach der bereits im Mai abgeschlossenen Blüte zwar sehr früh beginnen musste aber von schönstem Lesewetter begleitet wurde.

 

In der Verarbeitung der Weine, merkte der Kellermeister an, sei allerdings durch die hohen Mostgewichte und das sehr reife Lesegut anderes Augenmerk als in den Jahren davor gefragt gewesen. Bei den Aromasorten wie Muskattrollinger, Muskateller, Gewürztraminer aber auch dem Sauvignon Blanc seien durch die Wärme einige typische Aromen nicht so ausgeprägt wie in kühleren Jahren. Auch das Säuremanagement entspreche in diesem Jahrgang eher dem in südlicheren Weinanbaugebieten. „Allerdings“, so Uwe Hirschmüller, „kann man sich einen solchen Jahrgang auch als Kellermeister nur wünschen.“ Inzwischen sind die meisten Weine filtriert und teilweise auch schon abgefüllt. So auch der Riesling, den die Vinothekare als erste Probe im Glas hatten. Ein einfacher Basiswein, der in Literflaschen verkauft werden wird, besticht bereits jetzt mit seinen feinen Aromen und einem wunderbaren Säurespiel. „Auf die höherwertigen Rieslingweine dürfen sich jetzt schon alle Weinfreunde besonders freuen“, merkte einer der Gäste an. Danach ging es zügig mit weiteren Weißweinproben weiter, denn schließlich wollten 15 verschiedene Weine an diesem Abend verkostet werden. 

 

Alle Weißweine, vom Riesling über die Sorten Sauvignon Blanc, Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay zeigen schon zum jetzigen Zeitpunkt, direkt aus dem Fass, eine ausgezeichnete Qualität. Besonders beeindruckt waren die Gäste von den Auslesequalitäten, die später die Epos- und Nobilis-Serien ergeben werden. Die wertvolle und äußerst umfangreiche Arbeit im Weinberg- besonders in den Steillagen- wurde mit jeder neuen Probe unterstrichen.

 

Bevor jedoch die Rotweine in den Gläsern funkelten, luden die Gastgeber wie in jedem Jahr zu einem sehr ansprechenden Vesper ein, damit die Basis für nun folgenden zwei Rosé- und sieben Rotweine gelegt werden konnte. Beim schweren, tiefroten Lemberger - später Signum I- und dem fast blauschwarzen Merlot aus dem Barriquefass fanden Lob und Begeisterung ob der jetzt schon erlebbaren Exzellenz keine Grenzen- obwohl diese Weine erst in zwei Jahren abgefüllt und auf den Markt gelangen werden. Wenn „Rohweine“ schon diese Fülle aufweisen, ist dies ein ganz besonderes Erlebnis, das Uwe Hirschmüller den Vinothekaren bereitete. Allerdings goss er seinen Gästen nicht nur einen Tropfen Wermut ins letzte Glas, als er ankündigte, dass dies seine letzte Jungweinprobe mit den Bönnigheimer Vinothekaren gewesen sei, da er sich beruflich neu orientiere. Da auch Albrecht Hauber, der in den Ruhestand gehen wird und die Tradition der Jungweinprobe und der damit verbundenen Wertschätzung für die ehrenamtlichen Vinothekare nicht fortsetzen kann, waren alle lobenden Worte von Seiten der Vinothekare und ihrer Vorsitzenden, Regine Jung, zum Abschluss des Abends von Wehmut begleitet. Dennoch bedankte sich die Gruppe bei ihren Gastgebern mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations für die vielen schönen, informativen und heiteren Stunden der letzten elf Jahre.

 

Text: Hannelore Tiedke

15 verschiedene Jungweine wurden zur Verkostung gereicht

Vinothekare basteln ihre eigene Cuvée beim Workshop mit den Önologen Uwe Hirschmüller und Simon Dorsch

Die Vinothekare Willi Kohler, Martin Bauer, Manfred Schmälzle, Hans-Joachim Jaeger und Brian Friz (v.l.) sind hochkonzentriert bei der Planung ihrer Cuvée.
Die Vinothekare Willi Kohler, Martin Bauer, Manfred Schmälzle, Hans-Joachim Jaeger und Brian Friz (v.l.) sind hochkonzentriert bei der Planung ihrer Cuvée.

 

 

Nach einer kurzen Einführung über die Bedeutung von Cuvées in Deutschland und Frankreich und der Abklärung des Begriffes, der von „Kufe“, französisch „cuve“ kommt und ganz einfach Bottich oder Fass bedeutet, erläuterte Kellermeister Uwe Hirschmüller die Aufgaben der Vinothekare bei der Herstellung einer Cuvèe. Sechs verschiedene Grundweine in Eposqualität wurden den zwanzig fortbildungswilligen Vinothekaren am vergangenen Samstag zur Verfügung gestellt, damit diese sich in die Geheimnisse einer Cuvée-Zusammenstellung einarbeiten konnten. Zwei Lemberger, ein Spätburgunder, ein Cabernet Dorsa, ein Merlot und ein Cabernet Sauvignon warteten darauf, von den Vinothekaren zu einer neuen Kreation zusammengemischt zu werden.

 

Große Aufmerksamkeit und Konzentration, Kommunikation und Überzeugungskraft waren notwendig, als die vier Gruppen an die Arbeit gingen. Genaues Abmessen der einzelnen Bestandteile und akribische Notizen waren ebenso gefordert wie die Zunge, der Gaumen und die Nase. Nach etwa 1 ½ Stunden hatte jeder Gruppentisch eine von 4-5 erstellten Cuvées benannt, die diese als ihre beste präsentierten. Damit auch die anderen Vinothekare sich vom Geschmack der jeweiligen „Tischsieger“ überzeugen konnten, „bastelte“ Simon Dorsch diese nach. Eine kleine Umfrage brachte vier Cuvèes hervor, die keinen Sieger unter sich ausmachen konnten, wohl aber unterschiedliche Gelegenheiten, zu denen die jeweilige Cuvée passte. Da der Aspekt der Wirtschaftlichkeit und der mögliche Absatz des Weines an diesem Nachmittag keine Rolle spielte, reichte die Spanne der Vinothek-Cuvées  vom einfachen, leichten Alltagsabendwein bis zum schweren Festtagswein. Auffallend war, dass keine der Gruppen eine Cuvée mit Süßresevezusatz kreiiert hatte.

Die Schlussworte der Vorsitzenden Regine Jung zeigten deutlich die Freude und die Dankbarkeit der Vinothekare für diesen besonderen Fortbildungsnachmittag für den die beiden Önologen ihre Freizeit zur Verfügung gestellt hatten.

 

Auf jeden Milliliter kommt es an. Bärbel Mann und Charlotte Nerl-Steckelberg in der „Cuvée-Zauberküche“
Auf jeden Milliliter kommt es an. Bärbel Mann und Charlotte Nerl-Steckelberg in der „Cuvée-Zauberküche“

Kultursonntag "Mit em Wengertschütz durch Bönnigheim" am 5. Mai 2018 - Bericht der BÖNNIGHEIMER ZEITUNG vom 7.5.18

 

Die beiden Wengertschützen Rolf Häußer (von links) und Manfred Schmälzle zeigten den Teilnehmern der Führung auch die Kronenscheuer (hinten). Das Kellergewölbe des ehemaligen Gasthofs ist einer der größten Weinkeller in Bönnigheim. © Foto: Martin Kalb

 

Bönnigheim / Uwe Deecke 07.05.2018

Beim ersten Bönnigheimer Kultursonntag in diesem Jahr zeigte sich das Wetter von seiner schönsten Seite. Es war auch die Premiere für die Vinothek, die erstmals mit einer Führung dabei war und die Bewirtung übernahm. Morgens um 11 Uhr war als Termin da eher mutig, sodass nur ein halbes Dutzend Gäste teilnahmen.

Mit dem Leiterwagen und vier gekühlten Weinen ausgerüstet ging es zunächst zur Kronenscheuer, die Stadtführer Mike Etzel erklärte. Sie hat heute noch einen der größten Gewölbekeller, in denen damals Wein ausgebaut wurde. „Im Jahr 793 sind hier schon Weinberge geschichtlich belegt“, so Etzel zur Geschichte der Wein- und Museumsstadt. Das große Tor der Scheuer erklärte der Stadtführer damit, dass auch Pferdegespanne durchfahren konnten, um dort direkt anzuliefern.

„Im Zwinger“ ist das Viertel, wo damals die meisten Winzerhäuser standen und das schön saniert wurde. Fast jedes Haus hat hier seinen eigenen Keller mit Zugang von außen, das Fachwerk steht meist auf einem Sandsteinsockel. Die Ursprünge des Rivaners, die man mit Hilfe von Gentechnik nachweisen konnte, wurden hier bei einem Gläschen geklärt, erläutert von Rolf Häußer von der Vinothek.

Dass es momentan zu heiß und zu trocken für die Reben sein könnte, widerlegte der Bönnigheimer Wengerter. Der Boden speichere immer noch genügend Wasser. „Wir haben momentan ein Rebenwachstum wie es ganz selten vorkommt“, so Häußer. Das sei deshalb problematisch, weil die Reife langsam erfolgen sollte.

Am Burgplatz war die erste Genossenschaftskellerei, nachdem hier zu Ganerbenzeiten die Herren von Sachsenheim und Liebenstein ihre Keltern hatten. Doch die Kellerei wurde bald zu klein. Zunächst kam die Fusion mit Kirchheim und Hohenhaslach, später fusionierte man mit Brackenheim zur Weinkellerei Stromberg-Zabergäu.

Foto Manfred Schmälzle
Foto Manfred Schmälzle

Eine unterirdische Verbindung zum Burgkeller gab es auch, die genutzt wurde, wenn der Platz in der Kellerei nicht mehr ausreichte, erklärte Stadtführer  Etzel. Auch die Stadtmauer ist hier noch teilweise erhalten, die ebenfalls mit Wein zu tun hat. Für ihren Mörtel sei Wein statt Wasser verwende worden, so lautet die Überlieferung.

Der Meiereihof, der Marktplatz und die Cyriakuskirche waren weitere Stationen der Vinothek-Führung, die mit einer stilechten Rätsche ausgestattet war. Wie man die Stare aus Meimsheim lange Jahre an der Cleebronner Straße mit der Weinbergpistole vertrieb, daran erinnerte sich Vinothekar Manfred Schmälzle noch genau. War man am frühen Morgen rechtzeitig an ihrem Treffpunkt, dann wurden die eigenen Weinberge verschont. „Stare sind Gewohnheitstiere und unsere Wengertschützen begrüßten sie“, so Schmälzle. Schließlich galt es 180 Hektar Weinbaufläche zu verteidigen. Zwölf automatische Schussanlagen stehen zudem noch dort. Die Rätsche hat da heute meist ausgedient

 

 

 

 

 

 

 

Weinpräsentation Weinkellerei Kölle am 16. März 2018

 

Weine aus alter Tradition

 

Vinothekare in der Weinkellerei Kölle eingeladen

 

Sortenvielfalt und Einblicke in innovative Weiterentwicklung der Produktlinien bot der staatlich geprüfte Techniker für Weinbau und Önologie und Weinküfermeister Heinz Kölle Junior den Bönnigheimer Vinothekaren am Freitag in seinem Betrieb im Schmiedsberger Weg. Dieses Familienunternehmen feiert in diesem Jahr sein 111tes Firmenjubiläum und wird in vierter Generation geführt. Mit Tochter Svenja und Sohn Philipp bereitet sich bereits die nächste Generation auf die Weiterführung vor. 1907 wurde von Urgroßvater Wilhelm Kölle die Holzküferei und Brennerei gegründet. Großvater Hermann Kölle erweiterte um eine Mosterei, bevor Küfermeister Heinz Kölle sen. 1967 für die Weinkellerei den Grundstein legte. Seit 2004 leitet der Gastgeber des Abends den Betrieb.

Sein „Weinseminar“ eröffnete der Kellermeister mit einer neuen Kreation des Hauses, einem trockenen Secco aus einer Traminer- und Muskatellercuvée, die „Der Prickelnde“ getauft wurde. „Hier könnte von Tochter Svenja initiiert eine neue Produktlinie entstehen“ so Heinz Kölle.

Interessant für die Vinothekare waren im Anschluss zwei noch nicht abgefüllte Rieslinge des Jahrgangs 2017 von unterschiedlichen Lagen und unterschiedlichem Terroir. Einhellige Meinung aller Verkoster: Der zweite Wein vom Bönnigheimer Sonnenberg  ist zwar nicht so spritzig und hat weniger rieslingtypische Ecken und Kanten als der Hausener Jupiter, ist aber trotz identischer Restsäure von 6 -6,5 g/l deutlich feiner und eleganter. „Ob diese beiden Weine zu einer Cuvée vermählt werden, wird in den nächsten Wochen entschieden werden“, schloss Heinz Kölle diese erste Verkostungsrunde ab.

Zu einem weiteren Vergleich, diesmal zweier Trollinger von unterschiedlich alten Reben, waren die Vinothekare danach aufgefordert. Hier dominierten die „alten Reben, die vor mehr als 20 Jahren gepflanzt worden waren, gegenüber den jungen Weinstöcken, die erst zum dritten Mal getragen haben. Weitere Vergleichs- und Blindverkostungen verschiedenster Qualitäten und Besonderheiten machten den Abend zu einem lehrreichen Vergnügen, das seinen Abschluss mit zwei Weinen aus dem Jahre 1988 seinen Höhepunkt erlebte. Nicht viele der Anwesenden hatten jemals einen so alten, einfachen Qualitätswein probiert und stellten mit Erstaunen fest, dass auch vor dreißig Jahren schon beachtliche Auslesequalität produziert wurde. Eine gute Mischung aus Tradition und Innovation, aus Können aber auch die Liebe zum Wein in all seinen Facetten prägt das Familienunternehmen Kölle ganz besonders in einer Zeit, in der Geduld und Warten können ein kostbares Gut geworden sind.

 

Hannelore Tiedke

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG 21.3.18

 

 

Fassweinprobe im Strombergkeller am 20. Februar 2018

 

Jungweinprobe für Vinothekare

 

Ein spezieller Höhepunkt für alle aktiven Vinothekare und Vinothekarinnen ist die alljährliche Jungweinprobe in der WG-Stromberg-Zabergäu in Bönnigheim.  Der Vorstand für Önologie und Technik, Albrecht Hauber und der Kellermeister Uwe Hirschmüller begrüßten am vergangenen Dienstag ihre Gäste wie jedes Jahr mit einem köstlichen Vesper, damit die anschließende „Arbeit“, das Verkosten von 21 Jungweinen des Jahrgangs 2017, und vier ganz besonderen Exklusivweinen des Jahrgangs 2016 auf eine solide Grundlage gelegt werden konnte.

Die besonderen Wetterbedingungen von 2017 fasste Albrecht Hauber in seinen einleitenden Worten zusammen. Der Frühlingsfrost, der mit seinen - 8 Grad am 20. April die gesamte Blüte erfrieren ließ, war eigentlich ein völlig untypischer Winterfrost im Frühjahr. „Nur noch die Wunder der Natur konnten den Jahrgang retten“, so Hauber. Aber die Wunder gab es - besonders im Gebiet des Stromberg-Heuchelbergs. Mit nur 16 % Ertragsverlust sei man hier mit einem blauen Auge davon gekommen, während im gesamten Württemberg ein Durchschnittsverlust von 27% zu beklagen sei.

Alle Weißweine, vom Riesling über die Sorten Sauvignon blanc, Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay zeigen schon zum jetzigen Zeitpunkt, zu dem erst einige abgefüllt sind, eine ausgezeichnete Qualität. Besonders beeindruckt waren die Gäste von den Auslesequalitäten, die später die Epos- und Nobilis-Serien ergeben werden. Die wertvolle und äußerst umfangreiche Arbeit im Weinberg- besonders in den Steillagen- wurde schon mit dem ersten verkosteten Riesling, der eine hervorragende Qualität zeigt, nochmals deutlich unterstrichen.

Es war 2017 auch dringend notwendig, dass das Lesegut in diesem schwierigen Jahr mit viel Fingerspitzengefühl behandelt wurde, und es waren mehrfache Vorlesen notwendig um die optimale physische Reife der Trauben zu erlangen. Wenn dann auch noch der richtige Boden, das passende Terroir für die jeweilige Sorte vorhanden ist und sorgsam von Hand gelesen werden kann, entstehen im Keller Spitzenweine wie die Vinothekare und Vinothekarinnen sie an diesem Abend verkosten durften. Wenige Weißweine sind schon abgefüllt, einige lagern noch in Tanks und manche auch noch ungeklärt in großen, mehrfach belegten Holzfässern für die spätere Weiterverarbeitung im Weinkeller. Dennoch dürfen sich alle Weinfreunde auf hervorragende Sommerweine in allen Qualitätsstufen freuen.

Nach mehr als drei Stunden genüsslichen Verkosten und Bewertens der Weine waren die Weinfreunde bei den schweren Lembergern, Zweigelt und Cabernet Sauvignon im Barriquefass angelangt. Diese lagerten allerdings schon das zweite Jahr in ihren Fässern, so dass der gleiche Wein, aus dem gleichen Fass wie im Vorjahr –als er noch „Jungwein“ war-  erneut verkostet wurde. Dies war für alle ein ganz besonderes Erlebnis, das Kellermeister Hirschmüller den Vinothekaren bereitete. Nicht nur deshalb bedankte sich die Gruppe bei ihren Gastgebern mit dem einhelligen Fazit: Dieser vom Wunder der Natur gerettete Jahrgang beschert allen Weinkennern und Weingenießern ganz hervorragende Weine, die man sich nicht entgehen lassen sollte.

 

Hannelore Tiedke

Fassweinprobe im Strombergkeller am 28. Februar 2017

Fassweinprobe 28.2.17

 

 

 

25 Jungweine des Jahrgangs 2016 probiert

 

 

 

Zur alljährlichen Jungweinprobe in der WG-Stromberg-Zabergäu in Bönnigheim waren am Dienstagabend die ehrenamtlichen Vinothekare und Vinothekarinnen der Vinothek geladen. Der Vorstand für Önologie und Technik, Albrecht Hauber und der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Wolfgang Händel begrüßten ihre Gäste mit einem köstlichen Vesper, damit die anschließende „Arbeit“, das Verkosten von 25 Jungweinen des Jahrgangs 2016, auf eine solide Grundlage gelegt werden konnte. Insgesamt kann der Jahrgang als gut in der Qualität und hervorragend in der Menge- wie seit 10 Jahren nicht mehr- beschrieben werden, so Albrecht Hauber. Alle Weißweine, vom Riesling über die Sorten Sauvignon blanc, Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay zeigen schon zum jetzigen Zeitpunkt, zu dem erst einige abgefüllt sind, eine ausgezeichnete Qualität. Besonders beeindruckt waren die Gäste von den Auslesequalitäten, die später die Epos- und Nobilis-Serien ergeben werden. Die wertvolle und äußerst umfangreiche Arbeit im Weinberg besonders in den Steillagen wurde durch die Ausführungen von Wolfgang Händel einmal mehr deutlich. Händel legte zunächst die Maßstäbe und Anforderungen für Exzellenzweine und die Schwierigkeiten für die Wengerter dar. Des Weiteren lag der Schwerpunkt auf den Risiken, die eingegangen werden, wenn das Lesegut zu stark reduziert wurde, wenn die Sonneneinstrahlung zu lang war, weil zu früh entblättert wurde oder wenn alle Witterungsbedingungen zu Stress für Pflanze und Trauben führen. Oft sind mehrfache Vorlesen notwendig um die optimale physische Reife zu erlangen. In diesem Jahr habe zum großen Glück für die Bönnigheimer keine Gefahr durch die gefürchtete Kirschessigfliege bestanden, so Händel weiter. Wenn dann auch noch der richtige Boden für die jeweilige Sorte vorhanden ist und sorgsam von Hand gelesen werden kann, entstehen im Keller Spitzenweine wie die Vinothekare und Vinothekarinnen sie an diesem Abend verkosten durften. Wenige Weißweine sind schon abgefüllt, einige lagern noch in Tanks und manche auch noch ungeklärt in großen, mehrfach belegten Holzfässern für die spätere Weiterverarbeitung im Weinkeller.

Nach mehr als drei Stunden genüsslichen Verkosten und Bewertens der Weine waren die Weinfreunde bei den schweren Lembergern, Zweigelt und Cabernet Sauvignon im Barriquefass angelangt.

 

 

 

Durch den Vorstandsvorsitzenden Hans-Joachim Jaeger in launigen Reimen vorgetragen, bedankte sich die Gruppe bei ihren Gastgebern mit dem einhelligen Fazit: Dieser Jahrgang wartet mit hervorragenden Weinen auf alle Weinkenner und –genießer. Wobei die schweren Rotweine frühestens im Spätherbst, einige sogar erst im kommenden Jahr in die Flasche und damit in den Verkauf gelangen werden.

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG 3.3. 2017

 

 

Lehrfahrt zum Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Fellbach am 29. März 2016

 

Lehrfahrt der Vinothekare Bönnigheims  zum CVUA Stuttgart

Eine Lehrveranstaltung der besonderen Art konnten 17 Vinothekarinnen  und Vinothekare aus Bönnigheim am vergangenen Dienstag besuchen. Ziel war das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt  (CVUA) in Stuttgart-Fellbach. Selbstverständlich galt das Interesse der Teilnehmer besonders der Sparte Weinkontrolle. Da jedoch wenige eine genaue Vorstellung von den Aufgaben des Amtes mitbrachten, erfuhren die Anwesenden zunächst, dass das Amt eine nachgeordnete Dienststelle  des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz ist. Auf ca. 14.000 Quadratmetern Nutzfläche sind zurzeit etwa 240 Mitarbeiter damit beschäftigt, die Aufgaben der Lebensmittelüberwachung und der Tiergesundheit bestens zu erfüllen. Neben Lebensmittelchemikern, Tierärzten und Biologen arbeiten zahlreiche technische Mitarbeiter in den Laboren des Amtes. Neben Stuttgart gibt es auch in Freiburg, Karlsruhe und in Sigmaringen ein solches CVUA.

 

 

Nach der Begrüßung durch Ludwig Rothenbücher, dem Teamleiter für Getränkeuntersuchungen, welcher auch  die Grüße der leider erkrankten  Amtsleiterin, Frau Maria Roth, überbrachte, lag der Schwerpunkt der Information auf der Weinkontrolle. Historisch gesehen gibt es schon seit 1488 Reichsweinrevisoren. Wobei einer für die Gebiete Franken, Schwaben und das Elsass allein zuständig gewesen war. Seit dem Reichstag in Freiburg 1498 gab es eine erste Rechtsnorm  für Weinerzeugnisse, jedoch wurde erst 1901 definiert, was Wein überhaupt ist. Weinkontrolle findet in allen EU-Staaten statt, jedoch nach den jeweiligen Ausführungsbestimmungen der Länder. Außer der staatlichen Kontrolle gibt es auch nicht staatliche Institute, die z.B. für die Bio-Weine zuständig sind. Das CVUA überwacht aber auch diese Bio-Wein-Zertifizierer. Als Zielsetzungen gelten: den Wein als Kulturgut erhalten, faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen und dafür zu sorgen, dass die Weinqualität nicht reduziert wird. Ein besonderer Schwerpunkt liegt für die weinsachverständigen Prüfer besonders auf der Beurteilung der Erzeugnisse und deren Herstellung. Nicht nur bei den Erzeugern, sondern auch bei den Händlern wird kontrolliert, so dass auch ausländische Weine und Weinerzeugnisse vom CVUA in Stuttgart geprüft werden. Die Frage eines Lehrgangsteilnehmers, ob es denn auch zu Anzeigen von außen komme, bejahte der Referent Hehner und ergänzte, dass „Denunziation“ und anonym eingesandte Proben schon mal vorkämen. Das kann dann zu einer Einzelkontrolle führen. Auch die Vinifizierungsverfahren und die Produktion werden - teils schon im Weinberg - überprüft. Die Folgen bei Verstößen reichen für die Händler und Erzeuger von Belehrungen über Bußgelder bis hin zu Strafanzeigen.

 

 

Nach Abschluss des theoretischen Informationsteils wurden die Besucher in die Labore geführt und konnten sich dort informieren über die Infrarotspektografie als Nachweis für unerlaubte Bestandteile des Weines, z.B. künstliches Glycerin oder flüchtige Säuren. Das CVUA Stuttgart und hier besonders das Pestizid-Zentrallabor ist durch seine Entwicklungen und Standards der letzten Jahre eines von nur vier Referenzlaboren in der gesamten EU. Jährlich finden in jeweils einem Bundesland auch Tagungen mit den europäischen Kollegen statt, so dass die Standards in den einzelnen EU-Ländern vergleichbar werden und bleiben.

Die Vinothekarinnen und Vinothekare, die sonst eher die olfaktorischen, sensorischen und Geschmacksprüfverfahren von Weinen selbst vornehmen, genossen diese bereichernde, heitere und sehr gelungene Veranstaltung, die aus gesundheitlichen Gründen leider ohne deren Initiator Hans-Joachim Jaeger, den Vorsitzenden der Freunde der Vinothek,  stattfinden musste. „Vollgepackt mit neuem Wissen gehen die Weinfreude weiter an ihre ehrenamtliche Tätigkeit in der Vinothek Bönnigheim!“, so fasste der Leiter der Gruppe, Joachim Mann, in seinen Dankesworten an die Referenten den Nachmittag zusammen und überreichte ein kleines Gastgeschenk aus Bönnigheim. Dass dieses nicht in den Labors geprüft werden müsse, meinte er schmunzelnd zum Abschluss.

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG vom 6.4. 2016

Fassweinprobe im Strombergkeller am 16. Februar 2016

 

Ein Weinerlebnis in der Breite und in der Spitze

 

 

Vor kurzem waren die Freunde der Vinothek auf Einladung der Weingärtner Stromberg-Zabergäu im Strombergkeller zu Gast. Im Rahmen einer breit angelegten Jungweinprobe informierten Önologie-Vorstand Albrecht Hauber, Kellermeister Uwe Hirschmüller und die Vorstandsmitglieder Wolfgang Händel und Albrecht Hamm über das Weinjahr und den Jahrgang 2015.

 

 

„Die Mühe hat sich gelohnt, wir hatten einen sehr guten Herbst“, so das Fazit von Wolfgang Händel im Rückblick auf den Vegetationsverlauf und die Ernte. Eine frühe Blüte, der heiße Sommer sowie ein goldener Herbst mit kühlen Nächten und Regen zur rechten Zeit seien ausschlaggebend gewesen. Dazu sei eine schnelle und problemlose Lese von gesunden und reifen Trauben gekommen. Die ganzen Premiumweine hätten im Verlauf der normalen Lese geerntet werden können, “solche Mengen bei der Qualität gab es noch nie“, so Albrecht Hauber. „Der Jahrgang 2015 wird also richtig gut“, so der Önologie-Vorstand weiter. „Er wird sogar teilweise ganz hervorragend“. Ausgeprägte Frucht, Säure und ausgereifte Tannine sorgten für eine Frische und Fruchtigkeit der Weine, die im Vergleichsjahr 2003 gefehlt habe. Einen größeren Gegensatz zum Problemjahr 2014 mit seinen Wetterkapriolen, der Mehltau-Problematik, der Kirschessigliege und dem Fäulnisdruck könne man sich kaum vorstellen, meinte Albrecht Hamm zum Vegetationsverlauf 2015. Ganz unproblematisch sei aber auch der Jahrgang 2015 nicht gewesen, leitete dann Kellermeister Uwe Hirschmüller zur Verkostung über. Beispielsweise hätten die anhaltend hohen Temperaturen neben vereinzelten Trockenschäden teilweise dafür gesorgt, dass die Oechsle-Grade förmlich in die Höhe schnellten. Auch auf den Säuregehalt hätten sich die Temperaturen entsprechend. ausgewirkt. Deshalb sei bei einzelnen Sorten und Lagen viel Fingerspitzengefühl bei der Leseterminierung nötig gewesen. So belebe der Jahrgang 2015 auch wieder die Diskussion, ob die Fixierung bei der Lese auf die Öchslegrade nicht überdacht werden müsse und dafür die physiologische Reife stärker ins Gewicht fallen müsse. Uwe Hirschmüller führte dann durch die Probe. Man habe mit einem  Jahrgang, der qualitativ kaum Wünsche offen gelassen habe, hervorragende Voraussetzungen für die Arbeit im Keller gehabt. Zurzeit sei die Filtration und Abfüllung der Weine in vollem Gange. Am Beispiel von 20 Jungweinen, die in einen 6er- Block aufgeteilt waren, gab der Kellermeister dann sehr kompetent und informativ  einen umfassenden Überblick über den Jahrgang 2015, der in engagierten Diskussionen vertieft wurde. Besonders hervorgehoben wurden dabei bei den Weißweinen ein „grundsolider“, „fein ausbalancierter“ Riesling aus der Literflasche, die „fruchtigen“ Grundweine für den Epos-Grauburgunder mit „viel Schmelz“ und einem „zurückhaltenden Holzton“, der Sauvignon blanc, „eine der anspruchsvollsten Reben sowohl im Weinberg als auch im Keller“, der mit seinen „grünen“ Aromen und seiner „Fruchtigkeit“ ebenso glänzte wie der Biowein Cabernet blanc, „eine echte Alternative zum Sauvignon blanc“.  Die Rotweine präsentierten sich „dicht und sortentypisch mit feinen Aromen“. Hier überraschte ein Muskattrollinger Rosé aus der Serie Fantasie mit seiner „ausgeprägten Fruchtigkeit und Aromatik“  bei „deutlicher Restsüße“.  Der Epos-Spätburgunder, auf der Maische vergoren und im großen Holzfass ausgebaut, fand ebenso  großen Zuspruch wie die identischen 3 Grundweine für den Epos-Lemberger mit ihrer Dichte und Komplexität, einmal aus dem großen Holzfass, dann aus dem Barrique in Erst- und schließlich in Zweitbelegung.

 

 

„Ein ganz besonderes Weinerlebnis, in der Breite und in der Spitze“, so brachte Hans-Joachim Jaeger abschließend bei seinen Dankesworten an die Vertreter der Kellerei den Eindruck der Weinfreunde über den Weinjahrgang 2015 auf den Punkt. „Wir freuen uns darauf, bald diese Qualitäten präsentieren zu können“.

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG vom 18.2. 2016

Fassweinprobe im Strombergkeller am 9. März 2015

 

 

 

 

Besuch der WZG in Möglingen am 2. Februar 2015

 

 

 

 

 

Fortbildung "Schnaps" mit Frank und Meik Sartorius am 14. November 2014

 

 

Schnapsige Fortbildung

 

Für die Freunde der Vinothek stand am vergangenen Freitag eine Fortbildung in Sachen Schnaps auf dem Programm. Frank und Meik Sartorius vom Apfelland hatten in ihren Betrieb zur theoretischen und praktischen Beschäftigung mit dem Thema eingeladen.

 

 

Meik Sartorius konnte zugleich im Namen seines Vaters 20 Vinothekare begrüßen. Zunächst gab er einige Hinweise zu seinem beruflichen Werdegang und zum Betrieb. Sein Großvater, der weit über die Grenzen Bönnigheims hinaus bekannte Obst- und Weinbauer Adolf Sartorius habe die Brennerei in den 60er Jahren in der Müllerhöhstraße, dem früheren Betriebssitz, gegründet und als Spezialität beispielsweise die gewachsene Williamsbirne in der Flasche entwickelt. 2006 sei er – so Meik Sartorius weiter - in den von den Eltern übernommenen Betrieb eingetreten, nachdem er zuvor in Geisenheim sein Studium des Weinbaus und der Kellerwirtschaft einschließlich Praktikum in Australien abgeschlossen und im Fach Spirituosen noch vertieft habe.

Nach einem aktuellen Exkurs zu den Problemen mit der Kirschessigfliege, die – so Frank Sartorius – im heimischen Obstbau bis auf geringe Schäden bei Süßkirschen keine großen Probleme bereitet habe, leitete Meik Sartorius dann zum eigentlichen Thema über und begann mit einer Auffrischung der Kenntnisse zu den Grundbegriffen des Schnapsbrennens, immer mal wieder sachverständig kommentiert von Schnapsbrenner Walter Prochnau. Grundlage für die Herstellung von Branntwein (Fachbegriff für Schnaps; alkoholische Getränke mit mindestens 32 % vol. Alkohol) sei das deutsche Branntweinmonopol, das nach den Vorgaben der EU allerdings 2017 auslaufe. In Süddeutschland gebe es etwa 23.000 sog. Klein- oder Abfindungsbrennereien mit eigenem Brennrecht. Diesen stünden die sog. Verschlussbrennereien gegenüber, deren Produktion unter zollamtlichem Verschluss erfolge. Die Besteuerung bei den Abfindungsbrennereien erfolge nach Ausbeutesätzen; für jede Obstart sei ein Ausbeutesatz festgelegt. Jedes Brennen müsse angemeldet werden.

 

 

Grundvoraussetzung für ein gutes Brennergebnis sei gesundes und reifes Obst. „Für unsere Edelbrände verwenden wir nur selbst erzeugte Früchte, die zum für die Verarbeitung günstigsten Zeitpunkt geerntet werden. So erreichen wir, dass die Aromen der einzelnen Frucht optimal zur Geltung kommen. Durch eine langsame Vergärung der Obstmaische und durch schonende Destillation bleiben die Aromen erhalten“ – so der Referent. Die entstehenden aroma- und alkoholhaltigen Dämpfe würden gekühlt und kondensierten zu einem hochprozentigen Destillat. Hier unterscheide man je nach Alkoholkonzentration, Geruch und Geschmack Vorlauf, Hauptlauf und Nachlauf. Vor- und Nachlauf enthielten sog. Fuselstoffe, nur der Hauptlauf mit einer Konzentration von 70 bis 80 % liefere das für Trinkzwecke geeignete obsttypsche Destillat, das mit enthärtetem Wasser auf ca. 40-45 % verdünnt werde. So werde der sog. „Brand“ erzeugt, der auch als „Wasser“ bezeichnet werde.  Demgegenüber würden Beeren, die nur einen geringen Zuckergehalt haben (z.B. Himbeeren und Brombeeren), in der Regel zu „Geist“ verarbeitet. Die Früchte würden in verdünntem Neutralalkohol eingelegt und der mit den Aromen angereicherte Alkohol zu einem „Geist“ gebrannt. Schließlich könne Alkohol auch als „Spirituose“ vermarktet werden, wenn dem Alkohol Aromen zugesetzt würden. Liköre schließlich seien hocharomatische Spirituosen mit einem Zuckergehalt von mindestens 100 g/l, der Alkoholgehalt liege in der Regel zwischen 15 und 25 Volumenprozent, es gebe aber auch wesentlich alkoholhaltigere Liköre. Ursprung des Likörs, dessen Bezeichnung auf das lateinische Wort liquor (Flüssigkeit) zurückgehe, sei das Ansetzen von Kräutern in Alkohol zu Heilzwecken, das im 13. Jh. aufgekommen und zunächst in Italien vorherrschend gewesen sei. Über Frankreich, das sich in der Folgezeit zu einem Zentrum der Likörherstellung entwickelt habe, habe sich die Herstellung von Likör dann in Europa ausgebreitet. 4 Bausteine kennzeichneten die Likörherstellung: der Alkohol – entweder als Fruchtdestillat oder Neutralalkohol - der aus reifen Früchten gepresste Fruchtsaft, die Zugabe von Zucker und ggf. die von Wasser. „Wir verwenden als Alkoholgrundlage nur die im Betrieb hergestellten Brände und für die Fruchtsäfte eigene Früchte. Die edlen Brände in Symbiose mit unseren eigenen Früchten schaffen völlig neue Geschmackserlebnisse, bei denen Frische und Fruchtigkeit im Vordergrund stehen.“ Davon konnten sich die Vinothekare in der begleitenden ausführlichen Probe, bei der zum größten Teil prämierte Produkte verkostet wurden, nachhaltig überzeugen, wobei die nachgerade explodierenden Aromen des Himbeergeistes und der Schmelz des Williams Christ Birnenbrandes sowie die Fruchtigkeit der Liköre besonders gefielen

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG vom 19.11. 2014

 

Fortbildung "Zucker und Alkohol" am 17. Juni 2014 mit Albrecht Hauber im Strombergkeller

 

 

Vom Weinberg in die Flasche

Zu einem Fachgespräch über die gesamte Palette wichtiger weinbaulicher und kellertechnischer Fragen, von dem hier nur einzelne Aspekte angerissen werden können, entwickelte sich die Fortbildungsveranstaltung der „Freunde der Vinothek“ mit Önologie-Vorstand Albrecht Hauber von den Weingärtnern Stromberg-Zabergäu zum Thema „Zucker und Alkohol“, die  jüngst im Strombergkeller stattfand.

 

 

Ausgehend vom deutschen Weingesetz erläuterte Albrecht Hauber zunächst einmal die Qualitätsparameter zur Erzeugung eines guten Weines. Hierzulande sei die „Qualität im Glas“ maßgeblich, in Frankreich dagegen entscheide die Weinbergslage über die Qualitätseinstufung. Zwar gebe es auch in Deutschland Bestrebungen, unter dem Stichwort „Terroir“ (Gesamtheit der natürlichen Anbaubedingungen) nach der Lage zu klassifizieren. Die Bestrebungen richteten sich aber im Wesentlichen auf Profilierung und Marketing und  nicht so sehr auf die weinrechtliche Einordnung. „Die Qualität wächst im Weinberg mit seinen individuellen standortbedingten Wuchsbedingungen, der Wengerter muss versuchen, diese optimal zu nutzen, von nichts kommt nichts“.  Der Referent nannte hierzu die Stichworte Bodenbeschaffenheit (tiefgründig, leichte Böden, Wasserführung), Lage (Hangneigung, Hangrichtung), richtige Sortenwahl und richtige Unterlagsrebe (für die Wüchsigkeit), Bodenpflege und Begrünung, die das Kleinklima beeinflussten. Ganz wichtig seien auch der richtige Rebschnitt und die Laubarbeiten, die die Zuckerproduktion beeinflussten, wobei es im Hinblick auf den Arbeitsaufwand derzeit Bestrebungen zum sog. Minimalschnitt (Heckenschnitt) gebe. Eine letzte Einflussnahme auf die Qualität biete die Lese (selektive Lese von Hand – Vollernter) mit der Wahl des richtigen Termins. „Je später die Lese, desto besser der Wein“ könne man als Grundsatz sagen, denn eine späte Lese sei gut für die optimale Ausbildung von Säuren, Aromen, Farbe und Phenolen, sie bringe aber die Gefahr von vermehrter Fäulnis mit sich. Jedenfalls müssten die Trauben zur Lese voll ausgereift sein.  „Bei unreifem Lesegut ist jede Mühe im Keller vergeblich“, so der Referent.

Obwohl viele Qualitätsfaktoren wie Farbe, Phenolgehalt, Aromastoffe, Verhältnis der Säuren für die Güte des Weines maßgeblich seien, teile das deutsche Weinrecht die Weine ausschließlich  nach dem Zuckergehalt des Weinmostes zum Zeitpunkt der Lese ein, gemessen in Grad Oechsle. Die Mindest-Mostgewichte variierten von Anbauregion zu Anbauregion und von Sorte zu Sorte. Ein Qualitätswein b.A. müsse z.B. mindestens einen natürlichen Alkoholgehalt von 7 bis 9 % und ein Mostgewicht zwischen 57 und 72 Grad Oechsle aufweisen. Aus dem Mostgewicht könne der Alkoholgehalt bestimmt werden. Beispielsweise ergebe Most mit 80 ° Oechsle nach der Gärung einen Alkoholgehalt von 84 g/l bzw. 10,6 % Vol. (Faustregel zur Umrechnung: Grad Oechsle dividiert durch 8). Die Gärung, „die Geburt des Weines“ werde durch Hefegaben und Temperatur gesteuert. Optimale Gärtemperatur bei Rotweinen seien 22 °, bei Weißweinen 16 bis 17 °. In der Regel gäre der Rotwein etwa 6 Tage, bei Weißweinen könnte das mehrere Wochen sein. Rote Premiumweine würden grundsätzlich auf der Maische vergoren, der entstehende Alkohol wirke extrahierend. Bei der Gärung durch Hocherhitzung (thermische Extraktion) würden die Zellen bei 82 bis 85 Grad für 2 bis 3 Minuten erhitzt. Wichtig sei, dass die Prozesse in geschlossenen Systemen abgewickelt würden, um den Zutritt von Sauerstoff zu verhindern, der u.a. zu Essigbildung führen könne. Zur Alkoholanreicherung könne dem Most Trockenzucker zugesetzt werden (sog. Chaptalisieren) und zwar maximal 6 kg Zucker pro Hektoliter, allerdings nur bei Qualitätsweinen, nicht bei solchen mit Prädikat. Ein Süßen des Weines sei nur durch die Zugabe der sog. Süßreserve möglich (unvergorene Weinmoste). Die Süßreserve müsse nicht von der identischen Traubensorte (ausgenommen beim Weißherbst), aber von derselben Weinart (rot oder weiß) und derselben Qualitätsstufe stammen. Inklusive der Süßreserve dürfe der Wein maximal mit 25 % eines anderen Weines verschnitten werden.

 

 

Diese und eine Fülle weiterer Fragen wurden in der gut 3-stündigen Veranstaltung vertieft, die mit der durchaus selbstkritischen Feststellung des Referenten endete: „Was ein guter Wein ist, bestimmt letztlich nicht der Wengerter, Kellermeister oder Geschäftsführer, sondern der Verbraucher!“

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG 1.7. 2014

Festzug 150 Jahre FFW am 4. Mai 2014

 

 

   

Fassweinprobe im Strombergkeller am 24. Februar 2014

 

 

Vinothekare bei der Jungweinprobe im Strombergkeller

 

Die Freunde der Vinothek waren kürzlich auf Einladung der Weingärtner Stromberg-Zabergäu im Strombergkeller zu Gast, um sich im Rahmen einer breit angelegten Jungweinprobe über den Weinjahrgang 2013 zu informieren.

 

 

War es vor einem Jahr noch ein Wunschjahrgang  für Wengerter und Kellermeister, von dem Önologie-Vorstand Albrecht Hauber seinerzeit berichten konnte, so waren solch positive Aussagen in diesem Jahr nicht zu hören. Der Jahrgang 2013 habe vielmehr, so Vorstandsmitglied Wolfgang Händel bei seiner Einführung, mit seinem extremen Witterungsverlauf die Wengerter und Önologen gleichermaßen vor größte Herausforderungen gestellt, die nur unter Einsatz aller Kräfte und äußerst flexiblen Lesezeiten hätten gemeistert werden können. Nach einem verspäteten Vegetationsbeginn durch den extrem langen Winter und einer teilweise verregneten Blühphase sei ein eher durchwachsener Sommer gefolgt mit einer starken Hitzeperiode im August, die schon Trockenschäden hätte befürchten lassen, bis ein verregneter Herbst Erinnerungen an das Jahr 2006 geweckt habe. Die Niederschläge im Oktober mit dem entstehenden Fäulnisdruck hätten die Weinlese dann zu einem nervenaufreibenden Geduldsspiel werden lassen. Heute lasse sich sagen, dass der große Einsatz aller Beteiligten entgegen den damaligen Befürchtungen zum Erfolg geführt habe. „Wir können qualitativ eine sehr gute Bilanz ziehen, vor allem im Premiumbereich, allerdings müssen wir bei der Menge mit durchschnittlich 100 kg/a einen Rückgang von 20 bis 30 Prozent gegenüber dem langjährigen Durchschnitt verkraften“, stellte Wolfgang Händel abschließend fest. Uwe Hirschmüller, der stellvertretende Kellermeister, der durch die sich dann anschließende Probe führte, nahm diesen Gedanken mit dem Hinweis auf, dass man aus einem schwierigen Jahrgang das Beste herausgeholt hätte. Man sei ständig an der Kapazitätsgrenze gefahren, wobei es erforderlich geworden sei, unterschiedliches Lesegut auch parallel anzunehmen. Zurzeit sei die Filtration der Weine in vollem Gange. Die Weißweine seien frisch und fruchtig mit einem – vor allem beim Riesling - teilweise überdurchschnittlichen Säuregehalt, der noch zurückgeführt werden müsse, die Rotweine präsentierten sich dicht und sortentypisch mit feinen Aromen.  Am Beispiel von 23 Jungweinen machte sich Uwe Hirschmüller in einer sehr kompetenten und informativen Probe dann daran, einen umfassenden Überblick über den Jahrgang 2013 zu geben. Die Reise durch die Welt der Aromen und Geschmackserlebnisse vollzog sich in 4er-Blöcken, wobei die Weißweine, die zum Teil erst vor wenigen Tagen abgefüllt worden waren, am Beginn standen. Besonders anzusprechen ist der Sauvignon blanc, eine der anspruchsvollsten Reben sowohl im Weinberg als auch im Keller, der mit seiner überwältigenden Aromenfülle und Fruchtigkeit überzeugte. Hier stellte Hirschmüller mit einem 2012er Sauvignon blanc und einem 2012er Grauburgunder auch die neue Nobilis-Linie vor, die künftig für weiße, im Barrique gereifte Premiumweine der Spitzenklasse steht, sie präsentierten sich sehr facettenreich, voluminös und mit viel Charakter. Bei den Rotweinen war es zunächst der Trollinger Premium aus den Kirchheimer Steillagen, der aufzeigte, welches Potential in dieser Rebe steckt, bis schließlich mit einem Merlot (2011er EPOS I) und den Lembergern, allesamt ausdrucksstark, aromenreich und mit kräftigem Volumen, die absolute Spitze erreicht wurde.

 

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG 27.2. 2014

Lehrfahrt zur LVWO Weinsberg am 7. März 2014

Lehrfahrt zum Bundesinstitut für Rebenzüchtungen "Geilweilerhof" in Siebeldingen am 16. August 2013

 

 

Vinothekare bei der Fortbildung

Lehrfahrt in die Pfalz

 

 

Ziel einer Exkursion der Bönnigheimer „Freunde der Vinothek“ war kürzlich das Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof in Siebeldingen bei Landau. Das Institut ist Teil des Julius Kühn-Instituts, einer Forschungseinrichtung des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, dessen 15 Institute über ganz Deutschland verteilt sind und  im Gesamtgebiet des Kulturpflanzenanbaus  ganzheitliche Konzepte entwickeln. Die Lehrfahrt war von Uli Bechtel wieder bestens vorbereitet.

 

 

Idyllisch mitten im Pfälzer Rebland liegt der ca. 40 ha große Geilweilerhof, in dem schon seit 1926 Reben gezüchtet werden. Die Wissenschaftlerin Dr. Margit Harst, die 2010 einen vielbeachteten Vortrag bei der evangelischen Kirchengemeinde Bönnigheim zum Thema Gentechnik gehalten hatte, begrüßte die Besuchergruppe im Herrenhaus, in dem eine kleine Ausstellung sehr anschaulich die Jahrtausendealte Geschichte der Reben und ihrer Kultivierung darstellt. Frau Dr. Harst gab in einer gelungenen Mischung aus Fachvortrag, Demonstrationen im Weinberg und praktischen, auch themenübergreifenden Hinweisen einen ausgezeichneten Einblick in Ihre komplexe Arbeit. Die Anfänge der Rebenzüchtung im Geilweilerhof  gingen auf Peter Morio zurück, der  u.a. mit den Sorten „Bacchus“ und „Morio Muscat“ sehr erfolgreich gewesen sei.  Aufgrund der im 19. Jh. aus Nordamerika eingeschleppten Mehltaukrankheit sei in Europa ein Anbau traditioneller Rebsorten ohne Pflanzenschutz nicht möglich, da diese alle gegenüber Mehltau hoch anfällig seien. Die Züchtung neuer Rebsorten mit hoher Resistenz gegenüber Schaderregern der Rebe, witterungsbedingten Stressfaktoren und gleichzeitig hoher Weinqualität  werde deshalb seit der Institutsgründung konsequent verfolgt. Reben aus über 3000 verschiedene Rebsorten und –arten seien im Anbau und dienten zahlreichen Versuchsfragen. Nach der Kreuzung würden die angezogenen Sämlinge in einer Gewächshausprüfung auf Schaderregerresistenz getestet, die besten Pflanzen würden in jeweils 5 – 8 Jahre dauernden Prüfungen vom Sämlingsquartier über Vor-, Zwischen- und Hauptprüfung kultiviert, bevor nach etwa 20 Jahren eine Entscheidung über den Sortenschutz anstehe. In jahrzehntelanger Züchtungsarbeit sei es so gelungen, neue Rebsorten von hoher Weinqualität und hoher Pilzwiderstandsfähigkeit (vor allem gegen Mehltau) zu entwickeln. Beispielsweise  sei der Regent, eine in über 30-jähriger Züchtungsarbeit entwickelte Rebsorte aus der Kreuzung von Diana (Müller-Thurgau x Silvaner) x Chambourcin (Seyve Villard x Chancellor), sozusagen das Flaggschiff des Geilweilerhofes, eine zwischenzeitlich im Anbau und am Markt etablierte Rotweinsorte, die Resistenz und Qualität in sich vereine.

 

 

Ein Gang auf dem Rebenlehrpfad mit seinen interessanten Stationen (z. B. Genbank, Wildreben, alte Landsorten und internationale Rebsorten) leitete über zum Praxistest. Obwohl Trauben und Wein des Geilweilerhofes der Forschung dienen, wird ein Teil des Weins vermarktet. Da er aus neuen, oft unbekannten Sorten und Zuchtstämmen stammt und nur in vergleichsweise geringen Mengen hergestellt wird, sind die Weine eine echte Rarität.

 

 

Die Gäste aus Bönnigheim  konnten sich bei einer 6er-Weinprobe davon überzeugen. Neben einem süffigen 2012er „Felicia Kabinett trocken“, einem erfischenden Sommerwein und einem kraftvollen 2011er „Regent trocken“ war es vor allem ein 2010er „Reberger trocken“, eine Kreuzung aus Regent x Lemberger, der viel Potential zeigte und zu reger Diskussion Anlass gab.

Zum Abschluss besuchten die Bönnigheimer Vinothekare noch die Vinothek in Burrweiler an der Weinstraße. Sie wird vom VdP-Weingut Meßmer betrieben. Der großzügige, mit viel Aufwand und Geschmack gestaltete Gastbereich und ein wohl sortiertes Angebot, boten Gelegenheit zu einem lockeren Meinungsaustausch über die Eindrücke des erlebnisreichen Tages.

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG 20.8.2013

Fortbildung mit Heinz Kölle über "Säure und Wein" am 31. Januar 2013

 

 

Zu einer sorgfältig vorbereiteten und sehr instruktiven Fortbildungsveranstaltung zum Thema „Säure und Wein“ waren die Freunde der Vinothek kürzlich in der Weinkellerei Kölle zu Gast.

 

Heinz Köllegab zunächst einen allgemeinen Überblick über die Thematik, bevor es für die Vinothekare darum ging, in einem umfangreichen Probendurchgang das eigene Geschmacksempfinden zu testen.

Säuren gehörten – so der Referent - zu den zentralen Geschmackselementen im Wein. Im Zusammenspiel mit Restsüße und Alkoholgehalt bildeten sie das Rückgrat des Weines. Sie prägten seine Struktur und seien mitbestimmend für seine Qualität und Haltbarkeit. Die wesentlichsten Säuren im Wein seien die Weinsäure und die Apfelsäure, daneben kämen noch verschiedene andere Säuren vor, vor allem Zitronensäure und Milchsäure. Während des Wachstums der Trauben nehme der Säuregehalt in den Beeren kontinuierlich zu, vor allem der der Apfelsäure, die ihren Namen wegen ihres sehr herben, an einen unreifen Apfel erinnernden Geschmack habe. Mit Beginn der Traubenreife setzte dann der teilweise Abbau der Säuren, vor allem der Apfelsäure ein. Ein Teil der Säuren werde auch bei der Gärung abgebaut, wobei dann aus der Weinsäure der sog. geschmacksneutrale Weinstein ausfalle. Die im Wein enthaltenen Säuren würden in Gramm / Liter ausgewiesen. Als Faustregel gelte: je wärmer das Anbaugebiet, desto geringer, je kühler das Anbaugebiet, desto höher der Säuregehalt. Die Menge aller Säuren betrage bei Weißwein etwa 4 – 9 g/l und bei Rotwein etwa 4 – 6 g/l.

Nach dieser Einführung stand die erste Geschmacksprobe an: verdeckt waren 4 Proben, nämlich Weinsäure, Apfelsäure, Zitronensäure und Milchsäure nach Typ und Intensität zu bewerten. Mit hoher Trefferquote wurde dabei die Apfelsäure als besonders „sauer“ und die Weinsäure als relativ „fein“ empfunden. Dieser Test leitete über zur Frage, wie verbliebene Apfelsäure, die vor allem bei Rotweinen ein Problem darstellt, weiter reduziert werden könne. Damit war das Thema „Milchsäuregärung“ bzw. „malolaktische Gärung“ (der Begriff kommt vom lateinischen Wort für Apfel her) angesprochen. Dieser Gärungsprozess, der bei Temperaturen über 20 º einsetze, komme durch Milchsäurebakterien in Gang, deshalb bezeichne man den Vorgang auch als biologischen Säureabbau. Dadurch werde die Apfelsäure in die wesentlich milder schmeckende Milchsäure und in Kohlensäure umgewandelt. Schließlich machte Heinz Kölle am Beispiel der Essigsäure deutlich, wie wichtig es sei, nur gesundes Lesegut zu verarbeiten. Gelange nämlich der Saft von angefaulten Trauben in den Weinmost, bestehe die Gefahr, dass die im angefaulten Lesegut vorkommenden Essigsäurebakterien den Alkohol in Essigsäure umwandeln würden.

Abschließend wurde die Theorie in einer 6er Weißweinprobe, in der der Säureanteil in Schritten von 0,5 g/L zwischen 5,5 und 8 g/L eingestellt war und einer 3er Rotweinprobe (Weinsäure 5 g/L, Apfelsäure 6 g/L und Milchsäure 7 g/L) praktisch hinterfragt. Die zum Teil durchaus unterschiedlichen Ergebnisse gaben Stoff für eine intensive Diskussion bei einem in Alkohol, Säure und Süße wohlschmeckend ausgewogenen 2010er Trollinger feinherb.

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG 2.2. 2013

Fassweinprobe im Strombergkeller am 27. Februar 2013

 

 

 

 

 

 

Fortbildung "Rebsorten" mit Hartmut Keil am 22. Februar 2013

 

 

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG

 

BÖNNIGHEIM, 26. FEBRUAR 2013

Faktenreiche Weinprobe

Autor Hartmut Keil referiert auf Einladung der Vinothek über die 33 häufigsten Rebsorten

Über und beim Wein lässt sich trefflich philosophieren, wozu es in der Vinothek regelmäßig Gelegenheit gibt. Am Freitag bewies Hartmut Keil, dass man sich auch mit Zahlen rund um Wein beschäftigen kann.

 

Informierte die Weinfreunde im Roten Saal des Stadionschen Schlosses mit Zahlen und Statistiken über die 33 häufigsten Rebsorten in Deutschland: Autor Hartmut Keil. Foto: Jürgen Kunz

 

Von ihrem Domizil im ehemaligen Forstgefängnis sind die Bönnigheimer Vinothekare am Freitagabend in die Nachbarschaft umgezogen: Im stilvollen Roten Saal des Stadionschen Schlosses hatten sich rund 25 Weinfreunde und -kenner zusammengefunden, um sich von Autor Hartmut Keil bei einer Sechser-Weinprobe über die 33 häufigsten Rebsorten in Deutschland informieren zu lassen.

 

 

Der Weinliebhaber, Weinsachverständige und Buchautor, so Chefvinothekar Hans-Joachim Jaeger in seiner Begrüßung, ist in allen seinen Lebensstationen - unter anderem war er in der Entwicklungshilfe engagiert gewesen - immer mit dem Wein in Verbindung getreten. Und Hartmut Keil ist ein akribischer Sammler von Daten und Fakten.

In Deutschland sind über 600 Rebsorten historisch dokumentiert. In kaum einem anderen Land findet man eine solche Sortenvielfalt. In seinem neuesten Buch hat der ehemalige Hobbywinzer Hartmut Keil, Jahrgang 1951, der in Worms und damit im Weinland Rheinhessen zu Hause ist, die 33 häufigsten Rebsorten beschrieben und die Rangfolge veröffentlicht, die auf Diagramme der offiziellen Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden basieren.

Der akribische Buchautor wusste vieles über Eigenart und Besonderheit sowie Geschichte der Rebsorten zu erzählen, überraschte mit einigen neuen Erkenntnissen nach DNA-Analysen über die Abstammung beziehungsweise die Kreuzung und darüber, für welche Neuzüchtung die Rebensorten noch verwendet wurden.

Damit die Fakten zwischen der "Nummer 1" - dem Riesling - und dem an 33. Rangstelle befindlichen Cabernet Dorsa sowie vom Müller Thurgau an zweiter Stelle bis hin zum Frühburgunder auf Platz 32 nicht zu trocken wurden, hatten die Vinothekare Joachim Mann und Werner Kraft eine kleine Auswahl von den Bönnigheimer Weinproduzenten zusammengestellt. Vom Weingut Dautel kosteten die rund 25 Teilnehmern bei der Weinprobe einen "Charmeur" (weißer Cuvee) und einen Zwei-Stern-Spätburgunder, von der Weinkellerei Kölle einen weißgekelterten Pinot Meunier (Schwarzriesling) und einen feinherben Trollinger sowie vom Strombergkeller einen "Eco-Vin"-Riesling aus ökologischem Anbau und aus der "Epos"-Serie einen trockenen Lemberger.

 

Redaktion: JÜRGEN KUNZ

 

 

Lehrfahrt zur Staatsdomäne Oppenheim am 26. Oktober 2012

 

 

Vinothekare zu Besuch in der Staatsdomäne Oppenheim

 

Eine von Ulrich Bechtel bestens organisierte Lehrfahrt in das Weinbaugebiet Rheinhessen stand kürzlich auf dem Programm der „Freunde der Vinothek am Schloss“ in Bönnigheim. Ziel war Oppenheim mit seiner weithin bekannten staatlichen Weinbaudomäne.

 

Oppenheim, das durch seine Lage an einem der wichtigsten Fernhandelswege im Mittelalter zu großer wirtschaftlicher und politischer Bedeutung gelangt war und wegen seiner Reichsburg auch strategisch sehr wichtig war, ist heute ein eher kleines Weinstädtchen mit einer wechselhaften Geschichte und einer nach mehrfachen Zerstörungen (zuletzt 1789) wieder aufgebauten verwinkelten Altstadt.

 

 

Nach einer Führung durch den „Oppenheimer Untergrund“, ein einzigartiges, sich unter der Altstadt kilometerlang ausdehnendes Kellerlabyrinth, stärkte man sich erst mal bei einem vorzüglichen Menü im Weinhaus Völker, zu dem ein fruchtiger Weißburgunder und ein frischer Portugieser gereicht wurden. Daran schloss sich ein Spaziergang zur hoch über Oppenheim gelegenen Katharinenkirche aus dem 13. – 15. Jahrhundert an, die durch ihre gewaltige Größe und imposante Architektur etwas von der früheren Bedeutung Oppenheims erahnen ließ. Ein Blick in das Beinhaus der Michaeliskapelle, in der Jahrhunderte alte Menschenknochen des früheren Kirchhofs, durch den kalkhaltigen Boden konserviert, aufgebahrt sind, löste den einen oder anderen Schauer aus.

 

 

In der Weinbaudomäne wurden die Besucher aus Bönnigheim von Direktor Otto Schätzel begrüßt, der wie kaum ein anderer für die Entwicklung und Profilierung der Weinbauregion Rheinhessen steht. Zur Begrüßung wurde ein handgerüttelter Riesling-Sekt extra trocken gereicht. Die Domäne, ein VdP-Weingut, bewirtschaftet rund 23 ha Weinberge in Oppenheim, Dienheim und dem am gegenüberliegenden Rheinufer gelegenen Nierstein, davon 82 % Weißwein, wobei Riesling mit 11,6 ha und Silvaner mit 2,1 ha dominieren. Produziert werden durchschnittlich 7.500 Liter/ha und rund 130.000 Flaschen im Jahr. In einer exquisiten 10er Weinprobe führte Otto Schätzel in die Philosophie des Weinguts ein: Ganzheitliche Betrachtung von Weinbau, Oenologie und Vermarktung sowie Regionalität. Es gelte, das Potential und die Charakteristik der Böden und der ursprünglichen Reben des Anbaugebietes zur bestmöglichen Wirkung zu bringen. Große Bedeutung kommt also dem Terroir zu. Mit einer Vergleichsprobe von 3 zum selben Zeitpunkt gelesenen Silvanern aus den 3 verschiedenen Bodentypen Kalkmergel, roter Tonschiefer (sog. Rotliegender) und Löß wurde das überzeugend untermauert. Die Meinung der Vinothekare: Hervorragende Weine mit einer unvergleichlichen geschmacklichen Differenzierung; mehr Terroir geht nicht.

 

 

Begeistert von der Probe, dem Ambiente und den profunden Ausführungen des Domänenleiters, der auch für das immer wichtiger werdende Thema Tourismus und Wein eine Lanze brach, machten sich die Besucher aus Bönnigheim wieder auf den Heimweg.

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG 6.11. 2012

Besuch des Weinkellers Brackenheim am 24. August 2012

 

 

Freunde der Vinothek zu Gast im „Weinkeller Brackenheim“

 

Auf Einladung der „Weingärtner Stromberg-Zabergäu“ besuchten die „Freunde der Vinothek am Schloss in Bönnigheim“ am 24. August 2012 den „Weinkeller Brackenheim“. Rainer Lang, der Vorstandsvorsitzende der neuen Genossenschaft zeigte sich zusammen mit seinen Vorstandskollegen Thilo Heuft und Albrecht Hauber erfreut über das Interesse der Bönnigheimer Weinfreunde und führte in seiner Begrüßung, zu der ein rassiger Riesling- Secco aus der „Filius“- Serie gereicht wurde, in den Brackenheimer Betrieb und in die Gründe für die Fusion der Bönnigheimer und Brackenheimer Genossenschaftskellereien  ein.

Rund 400 Hektar Rebfläche auf den Gemarkungen Brackenheim, Neipperg, Haberschlacht, Meimsheim und Botenheim würden von ca. 500 Weingärtnern bewirtschaftet.  1951 sei es zu einer ersten Fusion mit den Genossenschaften aus Neipperg und Haberschlacht gekommen, 1988 sei Meimsheim und 1996 Botenheim dazu gekommen. Der Lemberger finde hier ideale Wachstums- und Reifebedingungen. So war ein Hinweis auf Theodor Heuss, den ersten Bundespräsidenten fast zwangsläufig, war er doch ein erklärter Liebhaber der Lemberger-Weine, insbesondere aus der Lage „Zweifelsberg“: Die erste Kelter der 1925 gegründeten Genossenschaft sei genau an dem Platz gestanden, an dem Theodor Heuss, geboren wurde.  Mit Brackenheim und Bönnigheim hätten sich jetzt 2 Partner auf Augenhöhe gefunden, die nun gemeinsam getreu der genossenschaftlichen Idee zum Besten der Mitglieder arbeiten wollten. Dabei gehe es nicht um Gleichmacherei, wie der für den Kellereibereich zuständige Vorstand Albrecht Hauber ergänzte, sondern um die Erzielung von Synergieeffekten bei Erhaltung und Ausbau der jeweiligen Profile.

 

 

Kellermeister Thomas Eberbach übernahm dann die weitere Betreuung der Besucher und machte bei einem Rundgang durch den Betrieb mit den Betriebsdaten bekannt. Die gesamte Lagerkapazität betrage rund 8,5 Mio. Liter Wein, davon rund 75 % Rotweine und 25 % Weißweine. Hauptsorte sei der Lemberger mit 25 %, gefolgt vom Trollinger mit 19 % und Riesling mit 16 %. Vorwiegend würden  Edelstahl-Gebinde eingesetzt. Die Qualitäts- und Lagentrennung werde durch eine elektronisch gesteuerte Traubenannahme gewährleistet. Bei der Rotweinbereitung komme sowohl die Maischegärung als auch die Kurzzeiterhitzung zum Einsatz. Bei den Weißweinen werde grundsätzlich das Kaltgärverfahren angewendet. Die Vergärung  werde durch vollautomatische Gärtemperaturregelungen überwacht. Der Großteil der Weine aus der „Signum“- und „Octavio“- Serie reife im Barriquefass.

Bei der abschließenden Probe, bei der vor allem die Weine aus der Edition „Mann im Fass“ gefielen - frische Weißweine und kräftige, trockene, im Holzfass gereifte Rotweine - entwickelte sich ein reger fachlicher Meinungsaustausch mit Vorstand Hauber und den Kellermeistern Eberbach und Hirschmüller (Bönnigheim). So konnte der „Weinfreunde“ -Vorsitzende Hans-Joachim Jaeger in seinen Dankesworten rundum Zufriedenheit mit dem Besuch feststellen und mit dem zum krönenden Abschluss gereichten 2009er Lemberger trocken Signum I  einen Toast auf den Erfolg der fusionierten Genossenschaften ausbringen.

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG 1.9. 2012

 

 

Sensorik-Seminar zusammen mit dem Weinbauarbeitskreis am 6. Februar 2012

 

 

Betreff: Einladung Sensorik,Weinstilistik, Weinansprache

 

Weinbauarbeitskreis Bönnigheim und Umgebung

 

Sensorik, Weinstilistik, Weinansprache

 

 Am Montag,  den  6. Februar 2012, um 18.00 Uhr schult uns in der Strombergkellerei  der Kellermeister des Staatsweingutes und der LVWO Weinsberg, Dr. Dieter Blankenhorn.

Wir üben die sensorische  Wahrnehmung der Aromen.  Dr.  Blankenhorn  wird uns die gezielte Differenzierung der Geschmacksstile vorstellen und uns  die angemessene  Weinansprache vermitteln. Offenheit und Mitarbeit der Teilnehmer-/innen ist notwendig.

Die Anmeldung für diese Veranstaltung erfolgt durch Überweisung von 10Euro auf das Konto   456002006 bei der VR-Bank Stromberg-Neckar, BLZ 604 914 30.

Die Teilnehmerzahl ist auf 50 Personen begrenzt. Bei Fragen wenden Sie sich an Rolf Häußer

Sortimentsvorstellung Weinkellerei Kölle am 10. Februar 2011

 

 

 

20jähriges Jubiläum der Brennerei Walter Prochnau am 10. April 2011

 

 

Weintage im VDP-Weingut Dautel am 8. Mai 2011

 

 

"Mords-MuseumsnachT am 12. Mai 2010

 

 

Fassweinprobe im Strombergkeller am 2. Februar2010

 

 

Jungweinprobe in der Strombergkellerei.

Die Freunde der Vinothek Bönnigheim trafen sich kürzlich auf Einladung der Strombergkellerei zu einer Fassprobe. Der Geschäftsführer Önologie und Verwaltung Albrecht Hauber stellte 44 Jungweine des Jahrgangs 2009 vor und gab so einen umfassenden Überblick und vermittelte dabei anschaulich die Arbeit des Kellermeisters. Das Fazit: Die 2009er Weine, die überwiegend Spätlesecharakter erreichen, werden Dank eines „rasanten Endspurts in der Traubenreife“ die Qualität der 2003er Weine nicht nur erreichen, sondern wegen der höheren Extrakte, der Vielfalt und Kraft der Aromen und Inhaltsstoffe und wegen einer guten Säurestruktur diese noch übertreffen. Erstmals wird die Strombergkellerei in diesem Jahr einen Sauvignon Blanc abfüllen, der sich in seiner Frische, Aromafülle und Eleganz ganz hervorragend präsentierte. Bei der Verkostung der Barriqueweine entwickelte sich eine lebhafte Diskussion über die neuen önologischen Verfahren, etwa die Zugabe von Holzchips bei der Gärung, wie sie im Ausland seit längerem üblich ist. Im Ergebnis war sich die Runde einig, dass aus Wettbewerbsgründen neue Verfahren nicht von vorneherein ausgeschlossen werden können.

Ergänzend berichtete Albrecht Hamm über die ständigen Bemühungen der Weingärtner um Qualitätsverbesserungen durch Mengenreduzierung und andere Maßnahmen, „denn was im Weinberg versäumt wird, kann im Keller nicht mehr korrigiert werden“.  Der Vorsitzende Hans-Joachim Jaeger fasste bei seinem Dank für das „außergewöhnliche Weinerlebnis“ die Eindrücke zusammen: „Es sieht alles danach aus, dass ein Jahrhundertjahrgang herangereift ist“.  

Neues aus der Vinothek: Die Freunde der Vinothek wollen in diesem Jahr den fachlichen Meinungsaustausch in gemütlicher Runde etwas stärker betonen. Deshalb findet künftig einmal im Monat an einem Samstag  ein „Treffpunkt Weingespräch in der Vinothek“ statt. Unter sachkundiger Moderation von Fritz Wachter werden bestimmte Weine verkostet und besprochen. Beginn ist am Samstag 13.2. 16 Uhr mit dem Wein dieser Woche, dem 2008er Bönnigheimer Sonnenberg Lemberger trocken vom VDP-Weingut Dautel.

 

BÖNNIGHEIMER ZEITUNG 8.2. 2010

Dreharbeiten von "Landesschau mobil" des SWR am 18. September 2009