Von Bürgern für Bürger

Mittelverwendung

"Gewaltprävention und Selbstbehauptung"

Die Bürgerstiftung bietet unter dem Motto "Gewaltprävention und Selbstbehauptung" eine Schulveranstaltung an. Sie richtet sich an Jungen der Klassen sieben bis neun an der Werkrealschule sowie sieben und acht von Gymnasium und Realschule.

BÖNNIGHEIM, 17. DEZEMBER 2010

 

Gelassenheit erlernen

 

Gewaltpräventionsprojekt für Jungen wird von der Bürgerstiftung gefördert

"Jetzt machen wir mal speziell etwas für Buben", betonten Jugendreferent Zimmermann, Schulsozialarbeiterin Breithaupt und Dieter Böhler (Bürgerstiftung) zum Start eines neuen Projekts gegen Gewalt.In Zusammenarbeit mit der Bönnigheimer Bürgerstiftung, die die Finanzierung übernimmt, und Ivan Jurcevic (siehe Infokasten), der zusammen mit seinem Bruder Daniel das Sportstudio "Fit und Vital" in Bönnigheim leitet, ist es Stadtjugendreferent Christian Zimmermann und Schulsozialarbeiterin Gerti Breithaupt gelungen, unter dem Motto "WIR" ein Gewaltpräventions- und Selbstbehauptungstraining zu organisieren. Jungs der Ganerbenschule im Alter zwischen zwölf und 14 Jahren sollen dabei von Jurcevic angeleitet und motiviert werden, ihr Selbstwertgefühl zu stärken, Situationen richtig einzuschätzen und angemessen zu reagieren, aktiv zu handeln ohne leichtsinnig zu sein, Konflikte gewaltfrei zu lösen und das eigene aggressive Verhalten zu reflektieren.

Nachdem es im Rahmen der jährlichen Jugendwoche bereits Selbstbehauptungskurse von Uschi Daub für Mädchen gibt, sollte es jetzt an der Bönnigheimer Werkrealschule, der Ganerbenschule, ein Angebot nur für Jungs geben. An sechs Nachmittag à zwei Stunden werden im ersten Kurs zunächst 16 Heranwachsende ihre persönlichen Grenzen durch Konditions- und Konzentrationstraining während der körperlichen Anstrengung finden. Jurcevic: "Dazu gehört auch gezieltes Provozieren, um die Konzentration zu stören und diese weiter zu entwickeln oder durch Zwischenrufen zu zeigen, dass nicht der der Beste ist, der zuschlagen kann, sondern derjenige mit der besten Reaktion, Konzentration und Durchhaltekraft." Die Gruppe ist der Trainer und "die Motivationsmaschine", sich gegenseitig zu beflügeln und die Schwächen des anderen zu den Stärken auszubauen, so der 39-jährige vierfache Weltmeister im Kickboxen. "Aus Gewalterfahrungen darf es keine Aggressionsspirale geben", begründet Gerti Breithaupt das neue Projekt. Das Ziel der Kurse ist es deshalb, "siegen ohne zu kämpfen", wobei im Idealfall die Teilnehmer ihre gemachten Erfahrungen als Schülermentoren und Multiplikatoren an ihre Mitschüler weitergeben.

Mit den ersten 16 Kursteilnehmern ist nun ein Anfang gemacht. "Wir hoffen, dass es weitere Kreise zieht und sich noch weitere anmelden", sagt Dieter Böhler als Mitglied des Stiftungsrats. Deshalb ist die Bürgerstiftung auch bereit, noch weitere Kurse zu finanzieren.
Redaktion: JÜRGEN KUNZ

 BÖNNIGHEIMER ZEITUNG vom 10.2. 2011

 

Fäuste fliegen höchstens im Sport

 

Gewaltpräventionsprojekt mit Bönnigheimer Jungs trägt Früchte - Zweite Runde denkbar

Seit wenigen Wochen trainieren Bönnigheimer Jungs im Gewaltpräventionstraining Kondition, Ausdauer, aber auch Disziplin und Selbstvertrauen. Schon jetzt hat Coach Ivan Jurcevic die Burschen erreicht.

 

16 Jungs im schlimmsten Teenageralter zwischen zwölf und 16 Jahren zu bändigen, das ist schwieriger als jede Raubkatzendressur. Ivan Jurcevic hat diese Nummer drauf wie kaum ein anderer. Gibt der knapp zwei Meter große Muskelmann mit dem Bürstenhaarschnitt ein Kommando, sind die Halbstarken schlagartig ruhig. Das tun sie aber nicht, weil sie kuschen, sondern weil sie vor dem 39-Jährigen einen Heidenrespekt haben und zu ihm aufschauen.
Jurcevic leitet in seinem Bönnigheimer Sportstudio "Fit und Vital" seit wenigen Wochen einen Gewaltpräventionskurs für Jungs - auf freiwilliger Basis, verdonnert wurde hierzu keiner. Einmal pro Woche powern sich die Jugendlichen mit dem Sportler aus, trainieren Kondition und Muckis, gehen an ihre körperlichen Grenzen. Was aber viel wichtiger ist: Sie lernen Disziplin, aggressionsfreie Kommunikation, wie sie Konflikten begegnen können, ohne draufzuhauen. Alles dreht sich um Selbstvertrauen, Selbstbehauptung und Selbstbeherrschung, um das Erlebnis in der Gruppe und Rücksicht auf andere. "Es geht hier nicht um die meiste Kraft oder die größte Klappe, sondern darum, sich zu beweisen durch Engagement und Kameradschaft", sagt der vierfache Weltmeister im Kickboxen. Fäuste fliegen hier höchstens im Sport.
Jurcevic ist Bruder, Kumpel und Trainer in einem. Die Teenys in seinem Kurs nennt er Männer, spricht mit ihnen auf Augenhöhe. Dennoch ist das Pilotprojekt, das von der örtlichen Bürgerstiftung finanziert wird, kein reiner Kuschelkurs. Nach jeder Stunde müssen die jungen Teilnehmer einen kurzen Aufsatz über das Gelernte verfassen und einreichen. Jurcevic notiert akribisch, wer gut mitmacht, lobt und rügt. Regeln sind das A, Reflexion ist das O.
Und was die Werkrealschüler und Gymnasiasten zu Papier bringen, überrascht auch Schulsozialarbeiterin Gerti Breithaupt, Stadtjugendreferent Christian Zimmermann und Dieter Böhler von der Bürgerstiftung, die sich am Dienstag vor Ort vom Erfolg der Gewaltprävention überzeugten. "Ich will, wenn einer mich mit Ausdrücken ärgert, nicht die Beherrschung verlieren und mich mit Worten wehren", schreibt Adrian (13). Der gleichaltrige Jan wünscht sich, "mehr Selbstvertrauen zu bekommen. Dadurch erhoffe ich mir, auch bei unangenehmen Aufgaben durchhalten zu können". Und dem 14-jährigen Erkan hat Trainer Jurcevic schon in kurzer Zeit "Mut gemacht. Mir gefällt, wie Sie hinter uns stehen".
Weitere vier Treffen sind angesetzt. Wie es danach weitergeht, ist laut Sozialarbeiterin Breithaupt noch unklar. Aber sie könne sich durchaus vorstellen, dass es im "Fit und Vital"-Studio in eine nächste Runde geht, möglicherweise mit den Jungs als Mentoren. Böhler jedenfalls war am Dienstagabend derart begeistert vom Gewaltpräventionstraining, dass er spontan die finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung zusagte, sollte ein zweiter Kurs zustande kommen.

 

Redaktion: CAROLINE HOLOWIECKI

Bericht der BÖNNIGHEIMER ZEITUNG vom 29.3.2011

zum Abschluss des Projekts

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Weitere Projekte:

  • Anschaffung eines Camcorders für die Schulsozialarbeit
  • Jährlicher Unterricht für Musikschüler mit herausgehobenen Leistungen (z,B. Preisträger beim Wettbewerb "Jugend musiziert")
  • 3000 Euro für die Ausstattung des städtischen Gemeinschaftsraumes in Gebäude 6 Am Schlosspark
  • Ausbildung eines wechselnden Ensembles der Musikschule jährlich
  • Anschaffung von T-Shirts für den Kinderchor der Concordia
  • Aufstellung von Bänken im Schlosspark
  • Zuschuss von 1000 Euro an das DRK zur Ausstattung des Bereitschaftswagens "Helfer vor Ort"
  • Zuschuss von 1000 Euro für das Einsatzfahrzeug der DLRG

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