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ARCHIV: Stadtwerke Bönnigheim

Technische Anschlussbedingungen für den Anschluss an das Fernwärmenetz der Stadtwerke Bönnigheim im Gebiet Schlossfeld - Stand 12.11.2020

Erfasst von: Goldmann, Martina (19.11.2020)

 

Der Gemeinderat der Stadt Bönnigheim hat in seiner Sitzung am 20.11.2020 die geänderte Fassung der Technischen Anschlussbedingungen für die Fernwärmeversorgung im Baugebiet Schlossfeld beschlossen. Diese treten mit Wirkung zum 26.11.2020 in Kraft.

 

 

 

Haupt-Kenndaten der Wärmeversorgung

  1. Betriebstemperatur Wärmenetz (Primärseite):

                                                     maximal 80°C (Winter)

                                                     minimal 65°C (Sommer)

                                                     (kurzeitiger Anstieg bis <100°C möglich)

     

  2. Auslegungstemperatur Heizflächen / Wärmeverbraucher

    (sekundärseitige Anlage):

    Heizkörper:               Vorlauftemperatur        maximal 65°C

                                       Rücklauftemperatur     maximal 40°C

    Fußbodenheizung:  Vorlauftemperatur        maximal 40°C

                                      Rücklauftemperatur     maximal 30°C

     

  3. Rohrsystem Heizung

    (sekundärseitige Heizanlage):       2-Rohr-System

 

1.    Art und Betriebsdaten der Wärmeversorgung

Das Wohngebiet Schlossfeld in Bönnigheim wird von einer Heizzentrale aus über ein erdverlegtes Wärmeverteilnetz mit Wärme für Heizung und Warmwasserbereitung (WW-Be­reitung) versorgt. Die Wärmeerzeugung erfolgt über einen Holzpelletskessel, ein Gas-Blockheizkraftwerk und zwei Gas-Heizkessel. Die Stadtwerke Bönnigheim (SWB) betreiben die Wärmeversorgung.

Die Hausübergabestationen und die technischen Einrichtungen zur Heizung und Trinkwassererwärmung in den angeschlossenen Gebäuden müssen besondere Anforderungen erfüllen. Insbesondere gilt dies hinsichtlich der konstant / gleitenden Fahrweise des Wärmeverteilnetzes und der Einhaltung einer maximalen gebäudeseitigen (=sekundärseitigen) Rücklauftemperatur von 40°C.

Die Planungs- und Ausführungsschnittstellen, und die einzuhaltenden Anforderungen für den Anschluss an das Wärmeverteilnetz, die Auslegung der Hausanlagen, die Gestaltung der Hausübergaberäume und die Hausübergabestationen werden im Folgenden zusammen­gestellt.

Es wird dringend empfohlen, bei Auftragserteilung dem betreffenden Heizungsbauunternehmer die vorliegenden Technischen Anschlussbedingungen als Bestandteil des Auftrags zu übergeben und darauf zu achten, dass die genannten Vorgaben unbedingt eingehalten werden!

Technische Mängel auf der Gebäudeseite können durch die Fernwärmeversorgung nicht ausgeglichen werden!

 

Zusammenstellung der technischen Daten auf der Fernwärmeseite (Primärseite):

Typ Übergabestationen:

Indirekt, d.h. keine direkte Verbindung zwischen dem Heizungswasser im Wärmeverteilnetz und dem Heizungswasser im Gebäude

Betriebsweise Wärmeverteilnetz:

Konstant / gleitende Fahrweise

Maximale Vorlauftemperatur:

75 bis 80°C (kurzzeitig bis 100°C möglich)

Minimale Vorlauftemperatur:

65°C (im Sommerbetrieb)

Maximal zulässige primärseitige Rücklauftemperatur:

45°C (Rücklauftemperaturbegrenzung!)

Maximaler Netzdruck:

6,0 bar

Primärseitige Wassermengenbegrenzung:

Entsprechend angemeldeter Wärmeleistung und Temperaturdifferenz 75-45 = 30 K

 

2.    Hausanlagen - Auslegung und Anforderungen

Für die Funktion der Heizungsanlagen in den angeschlossenen Gebäuden und für den opti­malen Betrieb der Gesamtanlage ist es erforderlich, dass das Wärmeverteilsystem in den Häusern nach dem heutigen Stand der Technik sorgfältig ausgelegt, gebaut und einregu­liert wird. Fachplaner und Heizungsbauunternehmen müssen besonders beachten:

  1. Die Auslegung der Heizflächen muss bei Heizkörpern                  für maximal 65°C Vorlauftemperatur und

                                                für maximal 40°C Rücklauftemperatur

    bei Fußbodenheizung        für maximal 40°C Vorlauftemperatur und

                                               für maximal 30°C Rücklauftemperatur

    erfolgen. Auf die Einhaltung der geforderten niedrigen Rücklauftemperaturen

    ist besonders zu achten! Bei einer Auslegung auf eine höhere Rücklauftemperatur

    als 40 °C bzw. 30 °C kann an kalten Tagen nicht die erforderliche Leistung übertragen werden (am Fernheizregler ist eine Rücklauftemperatur-Begrenzung vorhanden)!

  2. Die Verteilung muss über ein 2-Rohrsystem erfolgen.

    Ein 1-Rohrsystem kann die geforderte Rücklauftemperatur nicht erreichen, an kalten Tagen kann es zur Unterversorgung kommen.

  3. In der sekundärseitigen Heizungsanlage dürfen keine Überströmventile zwischen Vor- und Rücklauf eingebaut werden.

  4. Für die Temperaturregulierung auf der Sekundärseite dürfen keine hydraulischen Schaltungen verwendet werden, die zu einer Anhebung der Rücklauftemperatur führen. Beispielsweise Einspritzschaltungen (v.a. bei Lüftungsanlagen) dürfen nicht eingesetzt werden.

  5. Alle Heizkörper müssen mit voreinstellbaren Thermostatventilen oder mit Thermostatventilen mit abgestuften kVS-Werten und einstellbaren Rücklaufverschraubungen ausgestattet werden.

    Die einzelnen Stränge müssen gegeneinander abgeglichen werden (Strangregulierventile, ggf. mit Differenzdruckreglern). Es wird empfohlen, drehzahlgeregelte Pumpen einzusetzen.

    Die Berechnung der Heizkörper und Thermostatventile (kvs-Werte) muss vom Planer vor­gelegt werden.

  6. Das sekundärseitige Heizsystem ist nach DIN 18380 sorgfältig einzuregulieren.

    Ein Nachweis über die Ergebnisse der Einregulierung muss in Form von Messprotokollen vorgelegt werden. Eine Anlage gilt nur dann als einreguliert, wenn bei allen Betriebsbedingungen die maximal zugelassene Rücklauftemperatur nicht überschritten wird.

  7. Falls notwendig, sollte die Aufrechterhaltung der Temperatur im Warmwasser-Verteilnetz über eine mengenregulierte WW-Zirkulationsleitung (und nicht mit Hilfe einer elektri­schen Begleitheizung) erfolgen.

     

3.    Hausübergabestation - Aufbau

Jedes Einfamilienhaus (EFH), jede Doppelhaushälfte (DHH), jedes Reihenhaus (RH) und jedes Mehrfamilienhaus (MFH) wird jeweils durch ein Hausanschlussleitungspaar an das Versorgungsnetz angebunden und mit einer Wärmeübergabestation ausgestattet.

Die Wärmeübergabestationen sind folgendermaßen aufgebaut:

 

 

  1. Die Wärmeübergabestationen werden als indirekte Stationen ausgeführt,

    d.h. die Heizkreise der einzelnen Gebäude (Sekundärseite) werden über einen Heizungswärmetauscher vom Wärmeverteilnetz (Primärseite) getrennt.

    Die Vorlauftemperatur des Gebäude-Heizkreises wird in Abhängigkeit von der Außen­temperatur geregelt.

    Warmwasserbereitung in Mehrfamilienhäusern (größer 2 WE)

  2. Die WW-Bereitung erfolgt im Speicherladesystem, d.h. der WW-Speicher wird im Schichtenladesystem über einen externen Plattenwärmetauscher beladen. Das Trinkwasser wird auf 60°C erwärmt.

  3. Der WW-Zirkulationsrücklauf wird an der Übergabestation am WW-Wärmetauscher eingebunden (nicht am WW-Speicher direkt).

    Warmwasserbereitung in Einfamilienhäusern

  4. Bei Einfamilienhäusern erfolgt die WW-Bereitung in einem WW-Speicher mit eingebauter Heizwendel / Wärmetauscher. Das Trinkwasser wird auf 50°C erwärmt.

  5. Der WW-Zirkulationsrücklauf wird am WW-Speicher direkt eingebunden.

  6. Die gesamte für die Heizung und die WW-Bereitung bereitgestellte Wärme wird durch einen Wärmemengenzähler im Hauptstrang der Wärmeübergabestation erfasst.

    Dieser Wärmemengenzähler wird vom Anlagenbetreiber zur Verfügung gestellt und ver­bleibt in dessen Eigentum.

    Bei Mehrfamilienhäusern wird in allen Neuanlagen auf der Primärseite des Warmwasser-Wärmetauschers im Rücklauf ein Pass-Stück für einen Wärmezähler und im Vorlauf ein Kugelhahn für den Einbau eines direkt eintauchenden Fühlers auf Kosten der Stadtwerke Bönnigheim eingebaut. An dieser Stelle kann durch den Eigentümer und auf dessen Kosten ein Wärmezähler zur Erfassung des Wärmeverbrauchs der Warmwasser-Bereitung eingebaut werden (gemäß Heizkostenverordnung). In Altanlagen ist der Einbau eines zusätzlichen Wärmezählers - nach vorheriger Zustimmung der Stadtwerke Bönnigheim und auf Kosten des Eigentümers - ebenfalls grundsätzlich möglich.

  7. Der Hauptstrang der Hausübergabestation enthält außerdem die benötigten

         Absperrungen,

         Entlüftungen und Entleerungen,

         Temperatur- und Druckanzeiger,

         einen Schmutzfänger

         und einen kombinierten Differenzdruckregler/Volumenstrombegrenzer.

  8. Der Heizungsstrang bei Mehrfamilienhäusern umfasst die benötigten

         Absperrungen,

         Entlüftungen und Entleerungen,

         Temperaturanzeiger,

         den Heizungswärmetauscher,

         ein Motordurchgangsventil,      ein Dreiwegeventil

         eine drehzahlgeregelte Primärpumpe

         den (primärseitigen) Vorlauffühler

         den (sekundärseitigen) Vorlauffühler

         und (primärseitigen) Rücklauffühler.

 

 

  1. Der Heizungsstrang bei Einfamilienhäusern umfasst die benötigten

         Absperrungen,

         Entlüftungen und Entleerungen,

         Temperaturanzeiger,

         den Heizungswärmetauscher,

         ein Motordurchgangsventil,      ein Dreiwegeventil

         den (sekundärseitigen) Vorlauffühler

         und (primärseitigen) Rücklauffühler.

     

  2. Der Heizungswärmetauscher wird nach dem folgenden Temperaturprogramm aus­gelegt:

     

Bei Heizkörpern                 Primär                           70 C – 45 C

                                           Sekundär                      40 C – 65 C.

Bei Fußbodenheizungen   Primär                           55 C – 35 C

                                           Sekundär                      30 C – 40 C.

 

  1. Der WW-Strang bei Mehrfamilienhäusern umfasst die benötigten

         Absperrungen,

         Entlüftungen und Entleerungen,

         Temperaturanzeiger,

         den WW-Wärmetauscher,

         ein Motordurchgangsventil,

         ein Drosselventil mit Durchflussanzeiger,

         die Speicherladepumpe,

         einen Rückflussverhinderer,

         den WW-Speicher mit Fremdstromanode,

         den WW-Vorlauffühler

         und zwei Fühler im WW-Speicher.

    Für die Einbindung des WW-Zirkulationsrücklaufs zusätzlich:

         Ein Drosselventil mit Durchflussanzeiger und

         ein Rückflussverhinderer.

    Der WW-Wärmetauscher wird nach dem folgenden Temperaturprogramm ausgelegt:

     Primär                           65 C – 28 C

     Sekundär                      10 C – 60 C.

 

  1. Der WW-Strang bei Einfamilienhäusern umfasst die benötigten

         Absperrungen,

         Entlüftungen und Entleerungen,

         Temperaturanzeiger,

         ein Motordurchgangsventil,

         ein Drosselventil mit Durchflussanzeiger,

         den WW-Speicher mit Heizwendel und Fremdstromanode,

         den WW-Rücklauffühler

         und einen Fühler im WW-Speicher.

 

 

  1. Der WW-Speicher aus Stahl mit Zweischichtemaillierung und Schutzanode ist geeignet für einen maximalen Wasserdruck in Höhe von 10 bar.

  2. Die maximale Wassermenge wird (fernwärmeseitig) am Volumenstrombegrenzer ein­gestellt. Der Einstellwert berechnet sich aus der angemeldeten Heizleistung und der planmäßigen primärseitigen Temperaturspreizung von 30 K.

Ein Schema der Wärmeübergabestation ist im Anhang zu finden.

 

4.    Hausübergabestation - Funktion und Regelung

Die Regelung der Wärmeübergabestationen erfolgt durch einen elektronischen Fernwärmeregler. Es wird im Standardfall ein Regler eingesetzt, mit dem zwei Motordurchgangsventile angesteuert werden können.

Die Wirkungsweise wird nachfolgend beschrieben.

a) Heizungsregelung:

  1. Bei allen Gebäuden werden die Wärmeübergabestationen im gleitenden Vorrang betrie­ben, d.h. nur die nicht von der WW-Bereitung benötigte Wassermenge wird an die Heizung weitergeleitet. Die zur Verfügung stehende Heizwassermenge kann so optimal genutzt werden.

  2. Die sekundärseitige Vorlauftemperatur des Heizkreises wird gemessen.

    Das Motordurchgangsventil im Heizungsstrang regelt die sekundärseitige Heizkreisvorlauftemperatur auf den witterungsgeführten Sollwert ein (‘Vorregelung’).

  3. Die primärseitige Rücklauftemperatur am Heizungswärmetauscher wird gemessen.

    Bei einer Überschreitung des Grenzwertes wird der primärseitige Volumenstrom und damit die gebäudeseitige Vorlauftemperatur soweit vermindert, bis der Grenzwert am Rücklauf wieder unterschritten wird.

  4. Mischventile und Heizungspumpen für die Heizkreise auf der Seite der Hausanlage gehören nicht zum Lieferumfang der Station. Sie sind vom Anschlussnehmer vorzusehen. Eine einzelne Heizungspumpe kann direkt auf den Fernwärmeregler aufgeschaltet wer­den, wodurch auch ein Zeitprogramm (Tages- und Jahresprogramm) am Fernwärmeregler zur Verfügung steht.

b) Regelung Warmwasserbereitung Mehrfamilienhäuser:

  1. Im WW-Speicher werden zwei Fühler untergebracht. Sobald der Messwert des oberen Speicherfühlers (Einschaltfühler) unter den eingestellten Wert absinkt, wird der Zufluss zum WW-Wärmetauscher durch das Motordurchgangsventil im WW-Strang freigege­ben und die Speicherladepumpe wird in Betrieb genommen.

    Der Wert für die Freigabe wird folgendermaßen eingestellt:

       bei MFH (größer 2 WE):                    54 C.

  2. Die WW-Vorlauftemperatur im Speicherladekreis wird mit einem Fühler gemessen.

    Das Motorventil regelt die WW-Vorlauftemperatur während der Ladephase auf folgenden Sollwert aus:

       bei MFH (größer 2 WE):                   60 C.

  3. Um zu hohe Wassermengen und damit zu hohe Rücklauftemperaturen im Primärkreis während der Speicherladung zu vermeiden, ist es wichtig, den Durchfluss am Drossel­ventil im Speicherladekreis (Trinkwasserseite) richtig einzustellen.

  4. Sobald der Messwert des unteren Speicherfühlers den eingestellten Wert erreicht, wird das Motorventil geschlossen. Die Speicherladepumpe läuft noch für eine (einstellbare) Zeit nach, um ein Verkalken des Wärmetauschers zu vermeiden und die Restwärme noch nutzen zu können.

Der Wert wird folgendermaßen eingestellt:

   bei MFH (größer 2 WE):                   55 C.

  1. Die (bauseitige) WW-Zirkulationspumpe muss auf den Fernwärmeregler aufgeschaltet werden. Am Fernwärmeregler kann für die Pumpe ein Zeitprogramm (Tagesprogramm) programmiert werden (in Abstimmung mit dem Fernwärmekunden).

    Um eine saubere Schichtung im WW-Speicher zu erhalten, kann der Regler so eingestellt werden, dass die Zirkulationspumpe während der Speicherladung außer Betrieb gesetzt wird.

c) Regelung Warmwasserbereitung Einfamilienhäuser:

  1. Im WW-Speicher ist ein Fühler eingebaut. Sobald der Messwert Speicherfühlers unter den eingestellten Wert absinkt, wird der Zufluss zum WW-Wärmetauscher durch das Motordurchgangsventil im WW-Strang freigege­ben.

    Der Wert für die Freigabe wird folgendermaßen eingestellt:

       bei EFH, DH und RH:             45 C

  2. Um zu hohe Wassermengen und damit zu hohe Rücklauftemperaturen im Primärkreis während der Speicherladung zu vermeiden, ist es wichtig, den Durchfluss am Drossel­ventil im Speicherladekreis (Trinkwasserseite) richtig einzustellen.

  3. Sobald der Messwert des Speicherfühlers den eingestellten Wert erreicht, wird das Motorventil geschlossen.

    Der Wert wird folgendermaßen eingestellt:

       bei EFH, DH und RH:             50 C,

     

5.    Hausübergabestation - Leistungsstaffelung

Es wurde folgende Leistungsstaffelung der Wärmeübergabestationen festgelegt:

Typ Station

Typ Haus

Bereich Heizleist.

Auslegung Heiz-Wärmetauscher

Bereich NL-Zahl

Auslegung WW-Wärmetauscher

WW-Speicher

A

EFH, DH, RH

bis 10 kW

10 kW

1 bis 3

-

200 l

B

MFH

11 kW bis 25 kW

25 kW

4 bis 8

25 kW

300 l (oder 500 l)

C

MFH

26 kW bis 50 kW

50 kW

9 bis 19

50 kW (oder 75 kW)

500 l (oder 750 l)

D

MFH

51 kW bis 75 kW

75 kW

20 bis 25

75 kW

750 l

E

MFH

76 kW bis 110 kW

110 kW

26 bis 35

75 kW

750 l

Die Bedarfskennzahl NL nach DIN 4708 ist die Zahl der zu versorgenden Einheitswohnungen. Eine NL-Zahl von 3 entspricht bei EFH, DH oder RH der gleichzeitigen WW-Zapfung einer durchschnittlichen Badewanne und einer durchschnittlichen Dusche.

6.    Anschlussleistung

Die Anschlussleistung laut Wärmeliefervertrag ergibt sich aus der am Heizungs-Wärme­tauscher erforderlichen Gesamtleistung (für Heizung, Lüftung und sonstige Wärmeverbraucher auf der Hausanlagenseite).

Um eine Unterversorgung im Winter durch zu lange Warmwasser-Nachladezeiten aus­schließen zu können, wird eine Mindest-Anschlussleistung von 10 kW festgelegt.

7.    Messung

Pro Wärmeübergabestation wird durch die SWB generell nur ein Wärmemengenzähler eingebaut. Bei allen Gebäuden erfolgt die Wärmeabrechnung von SWB nur über diesen Wärmemengenzähler, d.h. durch SWB erfolgt keine Auftrennung in Wärme für Heizung bzw. WW-Bereitung.

Innerhalb der Übergabestation für MFH ist ein zusätzliches Zähler-Pass-Stück vorhanden (auf der Primärseite des WW-Wärmetauschers). Hier kann durch die Hausverwaltung ein Wärmemengenzähler zur Erfassung des Wärmeverbrauchs für die WW-Bereitung eingebaut werden.

Die eventuelle Aufteilung und Abrechnung der Wärme auf einzelne Wärmeverbraucher im Gebäude selbst muss auf der Gebäudeseite berücksichtigt werden. Die Heizwärme kann sekundärseitig z.B. mit Hilfe von Verdunstungsverteilern aufgeteilt werden. Für die Aufteilung der Wärme für die WW-Bereitung können z.B. Warmwasserzähler in den Wohnungen be­nutzt werden.

Bei einer Manipulation bzw. bei Ausfall des Wärmemengenzählers wird der Höchstverbrauch der vergangenen Jahre zur Berechnung gebracht bzw. der Jahresverbrauch über die maxi­male Anschlussleistung und die entsprechenden Jahresbenutzungsstunden ermittelt.

8.    Hausanschlussraum - Anforderungen

Im Rahmen der Erschließung wurden die Wärmehausanschlussleitungen von der Hauptleitung in der Straße bis in das Grundstück vorabverlegt.

Die Wärmeübergabestation muss im Untergeschoss des Gebäudes an der zur Straße gelegenen Außenwand untergebracht werden, bei Eckgrundstücken an der zur Hausanschlussleitung orientierten Außenwand.

Die Lage der Wärmeübergabestation im Gebäude ist so zu wählen, dass die Hauseinführung der Hauanschlussleitung auf dem kürzesten Weg möglich ist.

Die Trasse Hausanschlussleitung auf dem Grundstück darf nicht überbaut bzw. bepflanzt werden.

Ist die Einführung der Hausanschlussleitung nicht auf dem kürzesten Weg möglich, so sind die Mehrkosten hierfür vom Bauherrn zu tragen.

Bei Bauten ohne Untergeschoss gelten die oben genannten Anforderungen analog.

Die Lage des Raumes ist mit den SWB abzustimmen.

In MFH ist dafür ein separater, abschließbarer Hausanschlussraum vorzusehen, zu dem der Betreiber der Wärmeversorgung jederzeit Zutritt haben muss. Der Raum muss den An­forderungen der DIN 18012 genügen (ausreichende Beleuchtung, Entwässerung, ...).

In EFH, DH und RH muss die Übergabestation so installiert werden, dass sie jederzeit zu­gänglich ist.

Der Raum muss so gestaltet sein, dass an der Wärmeübergabestation in kleinen Mengen austretendes Heizwasser (mehrere Liter, z.B. bei Reparaturarbeiten) auf den Boden tropfen kann, ohne dass ein Schaden entsteht.

Der Raumbedarf für die Unterbringung der Wärmeübergabestation kann in folgende Einzelpositionen untergliedert werden:

  1. Einführung der Hausanschlussleitungen         (Fernwärme-Vor- und -Rücklauf)

  2. Wärmeübergabestation (ohne WW-Speicher)

  3. WW-Speicher

    Für die Einführung der Hausanschlussleitungen muss eine ausreichend große Außenwandfläche (min. 1 x 1 m) zur Verfügung gestellt werden.

     

    Bei Bauten ohne Untergeschoss ist eine entsprechende Aussparung bzw. Durchführung in der Bodenplatte vorzusehen.

     

    Die Größe von Station und Speicher ist den Tabellen zu entnehmen.

    Vor der Station und dem Speicher ist ein ausreichend breiter Bediengang vorzusehen (mind. 70 cm).

    Im Aufstellbereich der Station und WW-Speichers darf die lichte Höhe (auch durch bauseitige Leitungsinstallationen) nicht unter 2,10 m vermindert werden.

Haustyp

Typ Station

Breite Station

Tiefe Station

Höhe Station

Einfamilienhaus

A

1,40 m

0,50 m

1,40 m

Mehrfamilienhaus bis ca. 9 WE

B

1,90 m

0,60 m

2,00 m

Mehrfamilienhaus über 9 WE

C, D, E

2,40 m

0,80 m

2,00 m

 

Haustyp

Speichervolumen

Durchmesser Speicher

Höhe Speicher

Einfamilienhaus

bis 200 l

0,70 m

1,70 m

Mehrfamilienhaus

bis 500 l

0,80 m

2,00 m

Mehrfamilienhaus

bis 1.000 l

1,00 m

2,30 m

 

 

 

Die Station muss in direkter Nähe der Hauseinführung angeordnet werden.

Die Aufstellung in einem benachbarten Raum ist nur in dringenden Ausnahmefällen möglich. Die zusätzliche Rohrleitungstrasse zwischen Hausanschlussraum mit der Hauseinführung und Aufstellungsraum Station darf nicht verbaut werden und muss jederzeit zugänglich sein. Die Kosten für die zusätzliche Rohrleitungstrasse zwischen Hausanschlussraum mit der Hauseinführung und Aufstellungsraum Station müssen durch den Bauherrn getragen werden.

Die Planung der Rohrleitungstrasse zwischen Hausanschlussraum und Aufstellungsraum Station muss bauseits erfolgen und mit den SWB abgestimmt werden. Der WW-Speicher ist direkt benachbart zur Station aufzustellen.

Estrich und Fußbodenbeläge sind für die Punktbelastung aus den Standfüßen der WW-Spei­cher auszulegen, andernfalls ist ein Betonsockel einzubauen.

Es sind ausreichende Transportmöglichkeiten (z.B. im Keller) für die Einbringung des WW-Speichers vorzusehen.

In MFH sind deshalb insbesondere im Hausanschlussraum selbst und im Transportweg Türöffnungen von 1,00 x 2,00 m vorzusehen.

In EFH, DH und RH sind Türöffnungen von 0,80 x 2,00 m Höhe ausreichend.

Falls eventuelle Engstellen im Gebäude auftreten, so ist dies während der Planung durch den Architekten / Haustechnikplaner mit den SWB abzustimmen.

Vom Anschlussnehmer ist ein Elektroanschluss 230 V / 50 Hz / 16 A, separat abgesichert, für die Übergabestation zur Verfügung zu stellen.

Vom Anschlussnehmer ist im Haus ein Verbindungskabel NYM 3 x 1,5 zwischen der Station und einem geeigneten Platz für den Außentemperaturfühler (vorzugsweise auf ca. 2 bis 3 m Höhe an der Nord-/Westwand) zur Verfügung zu stellen. Kabelüberstand 2 m.

Außerdem ist im Hausanschlussraum und bei getrennter Aufstellung der Station zusätzlich im Aufstellraum eine Steckdose für Servicearbeiten anzuordnen (ebenfalls 230 V / 50 Hz / 16 A).

In unmittelbarer Nähe des Warmwasserspeichers ist für den Anschluss einer Fremdstromanode eine Steckdose (ebenfalls 230 V / 50 Hz / 16 A) zu installieren.

9.    Schnittstellen und weitere technische Festlegungen

Der Lieferumfang und die Schnittstellen der Lieferung für die Hausübergabestation und der Anlage zur Trinkwassererwärmung sind im Schema dargestellt.

Festlegungen für die Hausübergabestation:

Von SWB werden geliefert, montiert und in Betrieb genommen:

  • Hausübergabestation und Anlage zur Trinkwassererwärmung

  • Primärseitigen Rohrleitungsverbindungen ab Fernwärme-Hauptabsperreinrichtungen bis Übergabestation

  • Sekundärseitige Rohrleitungsverbindungen im WW-Speicherladekreis (von der Übergabestation zum WW-Speicher)

  • Elektrische Verkabelung der Temperaturfühler am WW-Speicher

Folgende elektrische Verkabelungen inkl. Auflegen und Anklemmen sind durch die bau­seitige Installationsfirma durchzuführen:

  • Steckdose 230 V neben Übergabestation (Stromeinspeisung Station)

  • Kabelverbindung Übergabestation - Außentemperaturfühler

  • Kabelverbindung Übergabestation – Heizungspumpe(n)

  • Ein Hauptpotentialausgleich im Gebäude ist zwingend erforderlich. Die Fernwärme-übergabestation ist darin anzubinden. Die vorschriftsmäßige Ausführung des Potentialausgleichs ist nach den gültigen DIN/ VDE-Richtlinien zu prüfen.

    Die Übergabestation und der WW-Speicher verbleiben im Eigentum der SWB.

    Die Eigentumsgrenze liegt am sekundärseitigen Anschluss am Heizungs-Wärmetauscher, am Anschluss für den Zirkulations-Rücklauf und an den sekundärseitigen Anschlüssen am WW-Speicher.

Festlegungen für die Heizung:

  1. Die Heizungspumpen für die Heizkreise gehören nicht zum Lieferumfang der Station.

    Sie sind vom Anschlussnehmer vorzusehen und außerhalb der Station zu montieren.

    Maximal eine Heizungspumpe kann auf den Fernwärmeregler direkt aufgeschaltet werden. Die Belastung durch die Pumpe darf 2 A bei 230 V nicht überschreiten.

    Im Fall von mehreren oder größeren Pumpen sind Hilfsrelais zu verwenden.

  2. Bei der bauseitigen Auslegung der Heizungspumpe(n) muss sekundärseitig für den Heizungswärmetauscher ein Druckverlust von 150 mbar (bei einer Temperaturspreizung von 25 K) angesetzt werden!

  3. Mischventile für zusätzliche Heizkreise gehören nicht zum Lieferumfang der Station.

    Sie sind vom Anschlussnehmer vorzusehen und außerhalb der Station zu montieren. Mischventile müssen separat geregelt und versorgt werden.

  4. Vom Anschlussnehmer sind ebenfalls zu erbringen: Sicherheitsarmaturen und Ausdehnungssysteme für die hausinterne Heizungsanlage.

  5. Vor dem sekundärseitigen Anschluss des Rücklaufs am Heizungswärmetauscher ist vom Anschlussnehmer ein Schmutzfänger einzubauen.

Festlegungen für die WW-Bereitung:

  1. Die Anschlüsse des Kaltwasserstrangs und des WW-Vorlaufs am WW-Speicher und des Zirkulationsrücklaufs an dem dafür vorgesehenen Anschluss an der Übergabestation bzw. am WW-Speicher sind vom Anschlussnehmer zu erbringen.

  2. Eine eventuell benötigte Zirkulationspumpe ist vom Anschlussnehmer zu erbringen.

    Sie muss auf den Fernwärmeregler mit aufgeschaltet werden, sofern die Belastung durch die Pumpe 2 A bei 230 V nicht überschreitet. Im Fall einer größeren oder mehrerer Pumpen müssen diese über vom Anschlussnehmer zu erbringende Hilfsrelais aufgeschaltet werden.

    Es sollen Zirkulationspumpen ohne Zeitschaltuhr verwendet werden, da für die Pumpensteuerung das Zeitprogram des Fernwärmereglers benutzt wird.

  3. Absperrarmaturen, Rückschlagventile, Sicherheitsarmaturen und ggf. Ausdehnungssysteme zur Absicherung des hausinternen Kalt- und Warmwassernetzes und des WW-Speichers sind vom Anschlussnehmer zu erbringen.

    Die SWB behalten sich vor, zusammen mit den Fernwärmeleitungen ein Telefonkabel in den Hausübergaberaum hereinzuführen (Verlegung im Leerrohr) und eine Überwachung und Messdatenauslesung der Hausübergabestation mit Hilfe von Zusatzbauteilen (elektronische Datenschnittstelle, Eigentum der Stadtwerke) zu realisieren.

10.  Inbetriebnahme und Einregulierung der Hausübergabestation,         der Anlage zur Trinkwassererwärmung

        und des sekundärseitigen Heizsystems

Die Inbetriebnahme der Hausübergabestation und der Anlage zur Trinkwassererwärmung kann in Terminabsprache mit SWB erst stattfinden, wenn

  • die Bauteile der Heizungs- und Trinkwasserinstallation wasser- und elektroseitig fertig­gestellt und befüllt bzw. betriebsfähig sind,

  • die Station mit Außenfühler elektrisch angeschlossen ist,

  • der Wärmeliefervertrag unterschrieben bei SWB vorliegt.

    Die Inbetriebnahme und Einregulierung umfasst folgende Arbeiten:

  1. Überprüfung der Einbindung der Wärmeübergabestation in das Heizsystem (hydraulische Verschaltung etc.)

  2. Einstellung und Protokollierung der Reglerparameter am Fernwärmeregler

    (v.a. Heizkennlinie, Sollwerte WW-Bereitung, Zeitschaltprogramm Heizung, WW-Bereitung und Zirkulation)

  3. Einstellung und Verplombung des Drosselventils im WW-Speicherladekreis

  4. Einstellung und Verplombung des Volumenstrombegrenzers im primärseitigen Vorlauf

  5. Einstellung des Drosselventils im WW-Zirkulationsrücklauf.

11.  Wartung und Störungsbeseitigung

Die Inspektion der Übergabestationen einschließlich der Warmwasser-Speicher erfolgt durch die SWB.

Die SWB gewährleisten einen Notdienst zur Störungsbeseitigung. Bei Einsätzen zur Störungsbeseitigung, deren Ursache nicht im Zuständigkeitsbereich der Stadtwerke liegt, werden die entstandenen Kosten jedoch dem Kunden in Rechnung gestellt.

Der Zugang zur Hausübergabestation muss jederzeit gewährleistet sein.

Eigenmächtige Änderungen an der Übergabestation seitens des Kunden sind unzulässig.

Die Übergabestationen gewährleisten eine Betriebsweise der Warmwasser-Bereitung entsprechend den geltenden Richtlinien (insbesondere gemäß DVGW W 551). Die Durchführung einer thermischen Desinfektion der gebäudeseitigen Trinkwasserinstallation über das Fernwärmenetz kann jedoch aufgrund der Leistungsbeschränkung des Wärmetauschers und der Durchflussbegrenzung im Fernwärme-Netz nicht in jedem Fall garantiert werden. Um die Beschränkung durch die zur Verfügung stehende Fernwärme-Leistung zu umgehen, kann durch die Stadtwerke Bönnigheim im Einzelfall die Durchführung einer thermischen Desinfektion mit Hilfe eines mobilen Heizaggregates versucht werden. Der Aufwand hierfür ist durch den Kunden zu tragen. Falls sich bei der Durchführung der thermischen Desinfektion zeigt, dass der vorhandene Wärmetauscher nicht die volle hierfür erforderliche Leistung zu übertragen vermag, so kann der Kunde eine chemische Desinfektion der Trinkwasserleitungen auf eigene Kosten durchführen lassen.

 

 

12.  Anlagen

 

Anlage 1     Hausübergabestation mit WW-Speicher mit Heizwendel– Schaltschema Ein­‑

                   familienhaus

Anlage 2     Hausübergabestation mit Speicherladesystem – Schaltschema Mehrfamilienhaus

Anlage 3     Raumbedarf für Hausübergabestation

Anlage 4          AVBFernwärmeV

Anlage 5     Antrag auf Anschluss an die Fernwärmeversorgung

Anlage 6     Fernwärmeversorgungsvertrag MUSTER

 

 

Die Technischen Anschlussbedingungen inklusive aller Anlagen erhalten Sie auf der Homepage der Stadtwerke Bönnigheim unter www.stadtwerke-boennigheim.de im Downloadbereich.