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September-Stammtisch: Schatzsuche im Zabergäu

Erfasst von: El-Kothany, Helga (05.09.2020)

Die Schatzsuche boomt. Immer wieder werden spektakuläre Funde gemacht. Welche Praktiken mittelalterliche Schatzgräber - auch im Zabergäu - anwandten, verriet die Historikerin Ute Ecker-Offenhäußer am letzten Mittwoch beim Stammtisch des Zabergäuvereins in der Weinsteige in Güglingen den rund 30 Gästen.
Hilft bei Suchen heute die moderne Technik, kommen im Mittelalter Geisterbeschwörung und magische Mittel zum Einsatz: Wünschelrute, Bergspiegel, Pendel, Kreise, Springwurzel, Alraune. Auch Gebete zu Schutzheiligen sollen wirken wie das Christophel-Gebet oder Bitten an die Heilige Corona. Totengeister erlösen ihre Seele, indem sie helfen. Findet man den Schatz, lässt man Messen für sie lesen – und kaschiert damit oft die eigene Profitgier. Gesetzliche Regelungen zur Schatzsuche gibt es kaum.
Der Schatz gilt als magisches Objekt, das sich bewegen kann, um sich zu sonnen oder dem Suchenden zu entgehen – weshalb man ihn bannen muss. An der Oberfläche kann er seine Gestalt ändern. Eine falsche Handlung genügt und aus Gold wird vielleicht Kuhmist – oder es versinkt im Boden.
Mit Hexerei, also schädlicher Magie, hat die Magie des Schatzsuchens nichts zu tun. Es ist eher ein soziales Phänomen in schlechten Zeiten, das seinen Höhepunkt im 18. Jahrhundert erreicht. el