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Aus dem Rathaus (Bönnigheim)

Ausstellung "Tiere und Experimente in der bildenden Kunst"

Erfasst von: Perovic, Ivana (29.08.2019)

Das Freiberger Künstlerehepaar Ingrid und Holger Nitzsche, Mitglieder des Ludwigsburger Kunstvereins, haben vor über 40 Jahren damit begonnen, in ihrer Freizeit Bilder zu malen, jeder auf seine Weise. Nun stellen die beiden einen Teil ihrer Arbeiten im Bönnigheimer Rathaus aus. Es ist ihre vierte gemeinsame Ausstellung, und es kommt nicht allzu oft vor, dass Künstlerehepaare gemeinsam ausstellen, noch dazu, wo doch ihre Arbeiten recht unterschiedlicher Art sind.

 

 

Die Künstlerin Ingrid Nitzsche (64) macht schon seit längerem ihre expressiven Pferdebilder einem breiten Publikum in der Region Ludwigsburg und Heilbronn zugänglich. Zunächst waren vor allem Pferde ihr Thema, in den letzten Jahren kamen Kühe, Ziegen, Schafe, Hunde und Katzen hinzu, was ihre innige Zuneigung zu Tieren allgemein bezeugt, wobei sie diese als ein Geschöpf versteht, dem Wohlwollen und Achtung entgegengebracht werden muss.

Dies äußert sich  nachdrücklich durch ihre künstlerische Auseinandersetzung mit der Gattung Pferd. Die Malerin, die selbst seit ihrer Kindheit Pferde besitzt und täglich Umgang mit ihnen hat, lässt sich von ihren Beobachtungen inspirieren, etwa von der Spiellaune der Pferde, auch in Ruhestellung, oder wenn sie auf den ihnen vertrauten Menschen zugehen und begrüßen.

Um ihren Gefühlen für Pferde und anderen Tieren Ausdruck zu verleihen, verwendet die Malerin Frau Nitzsche bei der Farbgebung ihrer ausdrucksstarken Bilder expressive Blau-, Rot- und Gelbtöne, die drei Primärfarben der Farbskala, auch den Komplementärkontrast, wie er bei expressionistischen Arbeiten zur Ausdruckssteigerung Anwendung findet.

 

Ihr Ehemann Holger Nitzsche (66), gelernter Kunstpädagoge, hat sich einer vollkommen anderen Kunstrichtung verschrieben. Für ihn steht das Experiment im Vordergrund seiner Arbeiten. Sein Leitmotiv heißt „Experimentieren und Verändern“. Dabei versucht der Künstler vorgegebenes Material zu bearbeiten, miteinander zu kombinieren und in seiner ursprünglichen Erscheinung, Wirkung und Bedeutung zu verändern und dadurch zu neuen Aussagen zu gelangen. So werden Fotografien und Gemälde übermalt, zerkratzt oder farblich aufgelöst und überklebt. Auch Gegenstände verschiedener Art und Herkunft wie Handschuhe, Federn, Stoffblumen, Rehbockgeweihe, Tierpelze und Orden werden in den Bildern verarbeitet. Mitunter muten Nitzsches Arbeiten ein wenig rätselhaft, verschroben oder skurril an, wie in seinem Bild „Luzy in the sky“. Aber auch Heiteres offenbaren die interessanten Arbeiten des Freiberger Künstlers, wie zum Beispiel in dem Bild „On the road again“.

 

Nitzsche ist der Meinung, Kunst müsse nicht jedermann gefallen, dürfe durchaus anstößig sein und zu kritischem Kunstgenuss führen. Oft Gesehenes in der bildenden Kunst, die vorgegebenen Geschmacksnormen unterliegt, sei für den Künstler nur wenig motivierend und interessant. Es komme darauf an, dass ein Bild Wirkung zeigt, zum genauen Hinschauen und Nachdenken anregt, aber auch durchaus unterhaltend sein dürfe.

 

Die Ausstellung wird vom Donnerstag, 19.09. - Donnerstag, 21.11.2019 im Rathaus der Stadt Bönnigheim während der üblichen Öffnungszeiten zu sehen sein. Die interessierte Bevölkerung ist hierzu recht herzlich eingeladen.

 

Das Künstlerpaar Ingrid und Holger Nitzsche wird am

Sonntag, 29. September 2019

 im Rathaus Bönnigheim

von 14.00 – 17.00 Uhr anwesend sein

und Kunstinteressierte durch die Ausstellung führen und Fragen beantworten.