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ARCHIV: Obst- + Gartenbauverein (Bönnigheim)

Tomatenvortag von Rudi Beihofer

Erfasst von: Allmendinger, Peter (08.04.2019)

“Reiche Tomatenernte ohne zu gießen?“

 Im vollbesetzten Saal referierte Herr Beihofer über seinen Tomatenanbau im Enzkreis und wie ihn die Tomate vor über 20 Jahren in seinen Bann gezogen hat.

Beruflich war er viele Jahre in Malaysia und China im Einsatz. In Malaysia hat er zum ersten Mal in seinem Leben einer Tomate gegessen, dabei wusste er zuerst gar nicht, dass es eine Tomate war. Die Tomaten sind in Malaysia selten rot und haben ganz verschiedene Formen. Hier begann seine Leidenschaft, in seiner geringen Freizeit ging er in die Klöster, zu den Kleinbauern und begann Samen von den Sorten zu sammeln und schaute sich die Anbaumethoden auf den teils überaus kargen und trockenen Böden an. In Malaysia hat er von einem der wichtigsten Mönche drei Grundsätze mit auf den Weg bekommen, die er bei seinem Anbau im Enzkreis immer berücksichtigt.

1.       Die Pflanze hilft sich am besten selber

2.       Im Umgang mit der Natur muss man das Ganze beachten.

3.       Man muss von der Pflanze her fühlen.

In der Zwischenzeit besitzt er 380 verschiedene Sorten, die aus der ganzen Welt stammen. Nur von den besten Tomaten seiner Anbaufläche nimmt er Samen zur Vermehrung. Dabei stellt er auch fest, dass von sechs Tomaten derselben Sorte, im nächsten Jahr eine der Tomaten eine ganze andere Farbe in der Nachzucht aufweist.

Bereits bei der Anzucht achtet er darauf, dass die Pflanzen sehr wenig Wasser erhalten und somit bereits auf Stressfaktoren vorbereitet sind und entsprechend eine viel stärkere Wurzelbildung fördern.

Er pflanzt seine Tomaten in eine vierlagige nasse Heuschicht, in die er Sand und verschiedene Mineralien beifügt. Die Tomaten erhalten keine Erde, erhalten beim Pflanzen einmal ca. 4 – 6 l Wasser und erhalten auch bei den heißen Sommern keine zusätzlichen Wassergaben. Die Pflanzen bilden 3 bis 4 m lange Wurzelgebilde. Seine Tomaten besitzen dadurch einen einzigartigen Geschmack. Herr Beihofer durfte noch viele Fragen zu seiner Anbaumethode beantworten.

Vorstand Peter Allmendinger wies darauf hin, dass mit Herrn Beihofer vereinbart ist, seinen Tomatenanbau vor Ort zu besichtigen, damit sich alle eine Bild von der innovativen Anbaumethode machen können.