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Vinothek Jungweinprobe in der WG

Erfasst von: Tiedke, Hannelore (31.03.2019)

Jungweinprobe für Vinothekare zum Frühlingsanfang

 

Zu einer inzwischen sehr lieb gewonnenen Tradition ist die Jungweinprobe für die „Freunde der Vinothek“ in Bönnigheim geworden. Bereits zum elften Mal lud die WG Stromberg-Zabergäu die aktiven Vinothekare und Vinothekarinnen zu diesem Fortbildungshöhepunkt ein. So konnten der Vorstand für Önologie und Technik, Albrecht Hauber und Kellermeister Uwe Hirschmüller 19 sehr interessierte Gäste begrüßen. Mit einem kurzen Rückblick auf das Jahr 2018, in dem Albrecht Hauber nochmals den hervorragenden Sommer hervorhob aber auch nicht den Schaden vergaß zu erwähnen, den der Hagelschlag am 4. Juli 2018 in Bönnigheim verursachte, startete die Jungweinprobe. Gerade das bereits reduzierte Lesegut nahm Schaden, so dass die einzelnen Trauben sehr sorgfältig schon im Weinberg „fast mit der Pinzette“ ausgelesen werden mussten. Zum Glück, so Hauber, waren die angeschlagenen Beeren nur eingetrocknet und nicht in Fäulnis übergegangen, was eine große Einbuße an diesen hochwertigen Trauben bedeutet hätte. Sowohl Albrecht Hauber als auch Uwe Hirschmüller sprachen von einem besonders entspannten Herbst, da die Lese nach der bereits im Mai abgeschlossenen Blüte zwar sehr früh beginnen musste aber von schönstem Lesewetter begleitet wurde.

 

In der Verarbeitung der Weine, merkte der Kellermeister an, sei allerdings durch die hohen Mostgewichte und das sehr reife Lesegut anderes Augenmerk als in den Jahren davor gefragt gewesen. Bei den Aromasorten wie Muskattrollinger, Muskateller, Gewürztraminer aber auch dem Sauvignon Blanc seien durch die Wärme einige typische Aromen nicht so ausgeprägt wie in kühleren Jahren. Auch das Säuremanagement entspreche in diesem Jahrgang eher dem in südlicheren Weinanbaugebieten. „Allerdings“, so Uwe Hirschmüller, „kann man sich einen solchen Jahrgang auch als Kellermeister nur wünschen.“ Inzwischen sind die meisten Weine filtriert und teilweise auch schon abgefüllt. So auch der Riesling, den die Vinothekare als erste Probe im Glas hatten. Ein einfacher Basiswein, der in Literflaschen verkauft werden wird, besticht bereits jetzt mit seinen feinen Aromen und einem wunderbaren Säurespiel. „Auf die höherwertigen Rieslingweine dürfen sich jetzt schon alle Weinfreunde besonders freuen“, merkte einer der Gäste an. Danach ging es zügig mit weiteren Weißweinproben weiter, denn schließlich wollten 15 verschiedene Weine an diesem Abend verkostet werden. 

 

Alle Weißweine, vom Riesling über die Sorten Sauvignon Blanc, Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay zeigen schon zum jetzigen Zeitpunkt, direkt aus dem Fass, eine ausgezeichnete Qualität. Besonders beeindruckt waren die Gäste von den Auslesequalitäten, die später die Epos- und Nobilis-Serien ergeben werden. Die wertvolle und äußerst umfangreiche Arbeit im Weinberg- besonders in den Steillagen- wurde mit jeder neuen Probe unterstrichen.

 

Bevor jedoch die Rotweine in den Gläsern funkelten, luden die Gastgeber wie in jedem Jahr zu einem sehr ansprechenden Vesper ein, damit die Basis für nun folgenden zwei Rosé- und sieben Rotweine gelegt werden konnte. Beim schweren, tiefroten Lemberger - später Signum I- und dem  fast blauschwarzen Merlot aus dem Barriquefass fanden Lob und Begeisterung ob der jetzt schon erlebbaren Exzellenz keine Grenzen- obwohl diese Weine erst in zwei Jahren abgefüllt und auf den Markt gelangen werden. Wenn „Rohweine“ schon diese Fülle aufweisen, ist dies ein ganz besonderes Erlebnis, das Uwe Hirschmüller den Vinothekaren bereitete. Allerdings goss er seinen Gästen nicht nur einen Tropfen Wermut ins letzte Glas, als er ankündigte, dass dies seine letzte Jungweinprobe mit den Bönnigheimer Vinothekaren gewesen sei, da er sich beruflich neu orientiere. Da auch Albrecht Hauber, der in den Ruhestand gehen wird und die Tradition der Jungweinprobe und der damit verbundenen Wertschätzung für die ehrenamtlichen Vinothekare nicht fortsetzen kann, waren alle lobenden Worte von Seiten der Vinothekare und ihrer Vorsitzenden, Regine Jung, zum Abschluss des Abends von Wehmut begleitet. Dennoch bedankte sich die Gruppe bei ihren Gastgebern mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations für die vielen schönen, informativen und heiteren Stunden der letzten elf Jahre.

 

Text u. Foto: Hannelore Tiedke