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ARCHIV: Stadt Bönnigheim

Nachruf zum Tod von Wolfgang Bramm

Erfasst von: Goldmann, Martina (11.01.2019)

 

Am Neujahrstag verstarb im Alter von 74 Jahren Wolfgang Bramm. Die Trauerfeier fand am vergangenen Donnerstag in der Cyriakuskirche statt.

Mit Wolfgang Bramm verlieren wir einen Menschen, der sich in vorbildlicher Weise und mit gelebtem Gemeinschaftssinn in seiner Heimatstadt Bönnigheim - und auch weit darüber hinaus - eingesetzt hat. Damit hat er bleibende Verdienste erworben. Wir alle haben seine Arbeit und sein Engagement geschätzt und geachtet. Besonders fehlen werden uns vor allem seine Mitmenschlichkeit und sein sympathisches Wesen, seine Hilfsbereitschaft und seine Zuverlässigkeit. Seine Objektivität und Sachlichkeit im Umgang mit anderen Meinungen, aber auch seine Geradlinigkeit und sein Standvermögen bei allem, für das er sich eingesetzt hat und wovon er selbst überzeugt war, war ein großer Gewinn für alle Beteiligten.

Als Mitglied im Bönnigheimer Gemeinderat hat Wolfgang Bramm von 1980 bis zu seinem Ausscheiden bei seinem 70. Geburtstag im Jahr 2013 die Belange der Stadt und der Bönnigheimer Bürgerschaft, der Vereine und Organisationen aktiv mitgestaltet. 24 Jahre lang war er Stellvertretender Bürgermeister, seit 1990 war er Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat. Er hat sich dabei auch in den Ausschüssen sowie als Vorsitzender im Gutachterausschuss Dank seines umfassenden Wissens, seines großen persönlichen Einsatzes und seines Verhandlungsgeschicks große Anerkennung und Wertschätzung erworben. Dies gilt in besonderer Weise für die Wahrnehmung der Aufgabe des stellvertretenden Bürgermeisters in der Zeit von Ende 2001 bis Mitte 2002 nach dem Tod des damaligen Bürgermeisters Gerd Kreiser.

Wolfgang Bramm hat in dieser Zeit ein besonders hohes Maß an Gemeinschaftssinn, Tatkraft und Sachkenntnis aufgebracht, das weit über die gewöhnlich mit dieser Funktion verbundenen Aufgaben hinausging. In dieser Phase der Vakanz fielen wichtige Entscheidungen und grundlegende Weichenstellungen für Bönnigheims weitere Entwicklung - beispielsweise die ersten Planungen für das Sanierungsgebiet Amann Quartier.

Seinem Beruf und gleichzeitig der Führung der Amtsgeschäfte im Rathaus nachzukommen, hat ihm während dieser Phase ein besonderes Maß an zeitlicher Inanspruchnahme abverlangt. Und auch seiner Familie, die ihn dabei immer voll unterstützt hat. Aber auch andere wichtige Entscheidungen fallen in die Zeit seiner Gemeinderatstätigkeit. Sein Bestreben war es dabei besonders, die Stadt mit Augenmaß und dem Blick auf das finanziell Machbare weiterzuentwickeln und dabei die aktuellen Belange in den Blick zu nehmen. Besonders sind hier zu nennen sein Engagement für die Stadtkernsanierung, den Kauf und die Nutzung des Schlosses, den Bau des Kleeblattheimes, die Unterstützung der Musikschule in vielfältiger Weise und nicht zuletzt die Gründung der Bürgerstiftung. Sie war ihm ein persönliches Anliegen. Noch im Dezember haben wir uns im Rathaus zu einer Sitzung des Stiftungsrates getroffen. Er hat dabei seinen angestammten Platz im Sitzungssaal eingenommen - auch hier wird er uns fehlen.

Während seiner ganzen Tätigkeit waren ihm die Städtepartnerschaften mit Rouffach, Neukirch und Balatonboglár ein wichtiges Herzensanliegen und er hat sich stets persönlich eingebracht. Deshalb genoss er bei den Freunden aus den Partnerstädten den Ruf, ein wahrer Europäer zu sein.

Für seine kommunalpolitischen Verdienste verlieh der Gemeindetag Baden-Württemberg Wolfgang Bramm im Jahr 2010 die Goldene Ehrennadel. Drei Jahre später zeichnete ihn die Stadt Bönnigheim mit der Bürgermedaille für sein Engagement für seine Heimatstadt aus.

Seine Bürgernähe und Vertrauenswürdigkeit zeigte sich auch in der Mitgliedschaft in zahlreichen Vereinen. Bei vielen davon hatte Wolfgang Bramm wie selbstverständlich die Aufgabe des Kassenprüfers übernommen. Sich selbst hat Wolfgang Bramm, bei dem was er tat, nie in den Vordergrund gestellt. Er war eher für die leisen Töne zu haben. Dabei war er wohlüberlegt in dem, was er sagte und überzeugt von dem, was er tat. Das war ihm wichtig, denn er hatte ein ausgeprägtes Gespür für Gerechtigkeit und Fairness. Ihm ging es dabei immer um Ehrlichkeit in der Sache und Offenheit dem Menschen gegenüber. Er pflegte ein konstruktives Miteinander, das hat ihn ausgezeichnet. Seine Stärke war es, Diskussionen mit Argumenten für die Sache und in verbindlichem Ton zu führen. Fachliche und soziale Kompetenz waren in seiner Person vereint. So sind auch die hervorragenden Wahlergebnisse zu sehen, mit denen ihn die Bürgerschaft als Stimmenkönig in vielen Wahlen bestätigt hat. Die Reihe seiner Tätigkeiten und Auszeichnungen zeigt, dass Wolfgang Bramm in unserer Stadt eine große und schmerzliche Lücke hinterlässt.

 

Wir werden uns gerne an Wolfgang Bramm erinnern und ihm ein ehrendes Andenken bewahren.

 

Albrecht Dautel, Bürgermeister