Ausstellung "weggschmissa wird nex"
flicken - reparieren - umnutzen
Ein typisches schwäbisches Thema zeigt die
Ausstellung im Schwäbischen Schnapsmuseum Bönnigheim
vom 4. Mai bis 3. Oktober 2008
sonntags 14.00 bis 17.00 Uhr
Eröffnung am Sonntag, den 4. Mai um 14 Uhr
Die Not früherer Zeiten erzwang das Flicken und Umnutzen, da man kein Geld für neue Waren hatte oder es auch keine zu kaufen gab. Vor allem in der Kriegs- und Nachkriegszeit war man gezwungen, alles noch irgendwie Verwendbare einer neuen Nutzung zuzuführen. Da wird ein Stahlhelm zur Gülleschapfe, ein Granatring zum Brieföffner, Fernmeldeleitung zum Teppichklopfer oder eine Kanonenkugel zum Gewicht für den Krautständer. Aus der Hakenkreuzfahne wurde eine Bluse und die Fallschirmseite zum Brautkleid geschneidert. Um eine weitere Verwendung zu ermöglichen, wurden die Gegenstände der Ausstellung mit viel Geschick und Einfallsreichtum repariert oder für neue Verwendungen umgenutzt.
In jedem Haus gab es ein Eck, in dem alles aufgehoben wurde, das noch irgendwie zum Reparieren verwendet werden konnte. Da findet man alte Lederreste, Dosen, Leitungen Stoffreste, Schnüre und vieles anderes. Mit Geschick und innerer Befriedigung verwendete man die Reste wieder und gestaltete brauchbare Gegenstände daraus.
Schon in der Erziehung wurde das sorgfältige Umgehen mit den Gegenständen vermittelt. In der Handarbeitsausbildung lernten die Schülerinnen das Aufsetzten eines Fleckes oder das Flicken eines Socken.
Auch heute ist es sinnvoll, nicht alles wegzuwerfen. Rohstoffe werden geschont und die Umwelt weniger belastet. Dies vermittelt auch der Recyclinggedanke, die Idee des Bewahrens, Wiederherstellens und Umnutzens, der angesichts knapper werdender Ressourcen zunehmend wichtiger wird.
Weitere Fotos und Bilder zur Eröffnungsfeier am 4. Mai finden Sie hier:

Löffelhalter aus Konservenblech gefertigt.
Regal aus 3 Brettern und Fadenrollen gefertigt.
Fischwender aus Konservenblech gefertigt.

Radiogerät
Aus verschiedenen Bauteilen wurde ein neuer Empfänger gebaut.Dazu dienten teilweise Teile des Volksempfängers, dem Radio des Dritten Reiches.

Bilderrahmen aus Tannenzapfenschuppen gefertigt daneben Kerzenständer aus Brettchen und gebogenem Draht.

Kleiderkiste
Auf der Flucht nach dem zweiten Weltkrieg von der Familie Weiß aus Galwitz, Kreis Znaim in Tschechien, mitgebracht. In Bönnigheim wurden die Füße angebracht und die Kiste als Truhe genutzt.

Handbohrmaschine
Gehäuse durch Flacheisen zusammengehalten.

Getreidemühle
aus Omas Kaffeemühle und Getriebemotor.
Waschschüssel
Löcher mit Schrauben, Unterlegscheiben und Bierflaschengummis abgedichtet.

Tablett mit Schnapsbechern
Weihnachten 1943, aus Patronenhülsen.

aus Fernmeldeleitung.

Aus Motorradsitz zusammengebaut für sitzende Arbeiten, z.B. Sensendengeln.

Sutterkrug
abgebrochener Griff aus Blech ersetzt.

Kinderjacke
1949, gehäkelt aus zerschnittenen Nylon-Strumpfhosen, bestickt mit Wollresten.
Leihgabe: Margit Wienholz, Bietigheim-Bissingen

Beschriftungsschablonen
für Säcke, aus aussortieren Akten gefertigt.








