Mittelverwendung - Die Projektliste
Die Bürgerstiftung bietet unter dem Motto "Gewaltprävention und Selbstbehauptung" eine Schulveranstaltung an. Sie richtet sich an Jungen der Klassen sieben bis neun an der Werkrealschule sowie sieben und acht von Gymnasium und Realschule.
BÖNNIGHEIMER ZEITUNG vom 17.12. 2010
BÖNNIGHEIMER ZEITUNG vom 10.2. 2011
|
BÖNNIGHEIM, 10. FEBRUAR 2011 Fäuste fliegen höchstens im Sport Gewaltpräventionsprojekt mit Bönnigheimer Jungs trägt Früchte - Zweite Runde denkbar Seit wenigen Wochen trainieren Bönnigheimer Jungs im Gewaltpräventionstraining Kondition, Ausdauer, aber auch Disziplin und Selbstvertrauen. Schon jetzt hat Coach Ivan Jurcevic die Burschen erreicht. |
16 Jungs im schlimmsten Teenageralter zwischen zwölf und 16 Jahren zu bändigen, das ist schwieriger als jede Raubkatzendressur. Ivan Jurcevic hat diese Nummer drauf wie kaum ein anderer. Gibt der knapp zwei Meter große Muskelmann mit dem Bürstenhaarschnitt ein Kommando, sind die Halbstarken schlagartig ruhig. Das tun sie aber nicht, weil sie kuschen, sondern weil sie vor dem 39-Jährigen einen Heidenrespekt haben und zu ihm aufschauen.
Jurcevic leitet in seinem Bönnigheimer Sportstudio "Fit und Vital" seit wenigen Wochen einen Gewaltpräventionskurs für Jungs - auf freiwilliger Basis, verdonnert wurde hierzu keiner. Einmal pro Woche powern sich die Jugendlichen mit dem Sportler aus, trainieren Kondition und Muckis, gehen an ihre körperlichen Grenzen. Was aber viel wichtiger ist: Sie lernen Disziplin, aggressionsfreie Kommunikation, wie sie Konflikten begegnen können, ohne draufzuhauen. Alles dreht sich um Selbstvertrauen, Selbstbehauptung und Selbstbeherrschung, um das Erlebnis in der Gruppe und Rücksicht auf andere. "Es geht hier nicht um die meiste Kraft oder die größte Klappe, sondern darum, sich zu beweisen durch Engagement und Kameradschaft", sagt der vierfache Weltmeister im Kickboxen. Fäuste fliegen hier höchstens im Sport.
Jurcevic ist Bruder, Kumpel und Trainer in einem. Die Teenys in seinem Kurs nennt er Männer, spricht mit ihnen auf Augenhöhe. Dennoch ist das Pilotprojekt, das von der örtlichen Bürgerstiftung finanziert wird, kein reiner Kuschelkurs. Nach jeder Stunde müssen die jungen Teilnehmer einen kurzen Aufsatz über das Gelernte verfassen und einreichen. Jurcevic notiert akribisch, wer gut mitmacht, lobt und rügt. Regeln sind das A, Reflexion ist das O.
Und was die Werkrealschüler und Gymnasiasten zu Papier bringen, überrascht auch Schulsozialarbeiterin Gerti Breithaupt, Stadtjugendreferent Christian Zimmermann und Dieter Böhler von der Bürgerstiftung, die sich am Dienstag vor Ort vom Erfolg der Gewaltprävention überzeugten. "Ich will, wenn einer mich mit Ausdrücken ärgert, nicht die Beherrschung verlieren und mich mit Worten wehren", schreibt Adrian (13). Der gleichaltrige Jan wünscht sich, "mehr Selbstvertrauen zu bekommen. Dadurch erhoffe ich mir, auch bei unangenehmen Aufgaben durchhalten zu können". Und dem 14-jährigen Erkan hat Trainer Jurcevic schon in kurzer Zeit "Mut gemacht. Mir gefällt, wie Sie hinter uns stehen".
Weitere vier Treffen sind angesetzt. Wie es danach weitergeht, ist laut Sozialarbeiterin Breithaupt noch unklar. Aber sie könne sich durchaus vorstellen, dass es im "Fit und Vital"-Studio in eine nächste Runde geht, möglicherweise mit den Jungs als Mentoren. Böhler jedenfalls war am Dienstagabend derart begeistert vom Gewaltpräventionstraining, dass er spontan die finanzielle Unterstützung der Bürgerstiftung zusagte, sollte ein zweiter Kurs zustande kommen.
Redaktion: CAROLINE HOLOWIECKI
Bericht der BÖNNIGHEIMER ZEITUNG vom 29.3.2011
zum Abschluss des Projekts










